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Auch der Replik-Radfahrer konnte die Spielwaren-Fabrik nicht retten

Historisches
  • Erstellt: 07.03.2026 / 20:01 Uhr von Marcus Alert
Im Jahre 1992 sollte das Ruder noch einmal herumgerissen werden. Der Liquidator der Brandenburger Spielwaren GmbH, der Rechtsanwalt Johannes Reichenwallner, wollte die traditionsreiche Firma mit einer Repliken-Produktion retten. Ein Flugzeug, eine Limousine, der Kletteraffe Tom und ein Radfahrer sollten dabei den Anfang machen.
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Für die Herstellung des blechernen Radfahrers, der in der alten Spielzeugfabrik von Ernst Paul Lehmann zwischen 1914 und 1941 produziert worden war, wurden noch vor der Liquidation die entsprechenden Werkzeuge angefertigt.

Als Johannes Reichenwallner das Werk nach seinem Amtseintritt besichtigte, gab es allerdings nur ein Erstexemplar sowie Kisten mit den Einzelteilen. Er ließ sofort alles sicherstellen. Mitarbeiter bauten schließlich die Einzelteile zusammen, wobei beide Oberarme eine Fehllochung aufwiesen. 211 mechanische Radfahrer gingen letztlich in den Werksverkauf. Jedes mit einem Plättchen extra nummerierte Exemplar erhielt ein vom Liquidator persönlich unterschriebenes Echtheits-Zertifikat. Diese letzte sogenannte Nullserienproduktion wurde ausschließlich in der Lehmannschen Jugendstil-Villa verkauft. Der Preis betrug stolze 295 Mark. Heute kosten die originalen Stücke aus der Lehmann-Produktion unter Sammlern im Schnitt um die 200 Euro.

Doch die konnten nach der Wende nicht mehr hergestellt werden, weil die letzten Vorkriegs-Werkzeuge Anfang der 1980er Jahre wegen des vom Staat geforderten Altmetallaufkommen durch den VEB Mechanische Spielwaren verschrottet worden waren. Der Nachwende-Radfahrer ist übrigens heute im Internet bereits ab 40 Euro zu haben. Wie bekannt, konnte auch er damals die Spielzeug-Fabrik nicht mehr retten.

Bilder

Johannes Reichenwallner 1994 mit dem Replik-Radfahrer. / Foto: Alert
Mit dem Radfahrer erhielt man auch ein Zertifikat. / Foto: Alert
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