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Wirtschaftsjunioren bei Oxford PV: Hochtechnologie zwischen Weltrekorden und zu hohen Strompreisen

Stadtgeschehen
  • Erstellt: 13.03.2026 / 18:01 Uhr von cg1
Spannende Einblicke in Hochtechnologie haben die Brandenburger Wirtschaftsjunioren bekommen. Ihre „After Work on Tour“-Veranstaltung führte sie nach Hohenstücken ins Werk der Oxford PV Germany GmbH („Oxford PV“). Dort zeigten die Geschäftsführer Paul-Christian Köhler und Peter Lübke, wie in Brandenburg an der Havel Spitzentechnologie entwickelt und industriell umgesetzt wird. Oxford PV liefert mit seinen Perowskit-Silizium-Solarzellen immer wieder den Beweis dafür, dass das Technologie-Rennen weiterhin in vollem Gange ist und dass Innovation in Deutschland entsteht. Im Austausch mit den Wirtschaftsjunioren wurde zudem über die allgemeinen Rahmenbedingungen für energieintensive Industrien gesprochen. Dabei wurde deutlich, wie wichtig verlässliche und wettbewerbsfähige Standortbedingungen für die langfristige Stärkung von Hochtechnologie‑Produktionen sind. „Ein branchengeeigneter Industriestrompreis wäre hier absolut nötig“, sagt Wirtschaftsjunior‑Chef Marvin Zinke …
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… mit Blick auf die allgemeinen Rahmenbedingungen für energieintensive Industrien. Ob sich im lokalpolitischen Rahmen Ansatzpunkte ergeben, um die industrielle Entwicklung langfristig zu unterstützen, wolle man nun prüfen. Im Werk besichtigten die Junioren verschiedene Bereiche – darunter jene, in denen die Silizium-Wafer nach der Ankunft im Werk geprüft und aufbereitet werden. Bis aus diesen Wafern ein montagefertiges Tandem-Photovoltaik-Modul entsteht, sind zahlreiche weitere Prozessschritte erforderlich. Einige davon konnten die Junioren live erleben, andere unterliegen strenger Vertraulichkeit. Der Grund dafür: Oxford PV geht technologisch über konventionelle Solarzellen hinaus und setzt sprichwörtlich „einen drauf“. Auf die klassische Silizium‑Solarzelle wird eine hauchdünne Schicht aus Perowskit‑Material aufgebracht – so entsteht eine sogenannte Perowskit‑Silizium‑Tandemsolarzelle, die deutlich höhere Wirkungsgrade erreicht als herkömmliche Solarzellen.

Der Vorteil der Technologie liegt auf der Hand: Bei begrenzter Fläche ermöglicht die deutlich höhere Effizienz der Tandemsolarzellen eine wesentlich höhere Stromausbeute pro Quadratmeter und trägt so zur weiteren Reduzierung der Stromgestehungskosten bei. Gleichzeitig ist die Technologie besonders attraktiv für Spezialanwendungen, bei denen die erzeugte Leistung pro Gewicht entscheidend ist – etwa in der Luft- und Raumfahrt. Für diese Segmente entwickelt Oxford PV in Brandenburg innovative Solarlösungen.

Oxford PV hält mehr als 400 erteilte Patente im Bereich der Perowskit‑PV-Technologie und verfügt über eine wachsende Zahl internationaler Lizenzabkommen für Patente. Eines davon wurde kürzlich mit dem US-amerikanischen Solarmodulhersteller First Solar geschlossen.

Mit industrieller Produktion und einem internationalen Lizenzierungsmodell findet eine in Brandenburg hergestellte Schlüsseltechnologie ihren Weg in internationale Märkte – und trägt dazu bei, die nächste Generation hocheffizienter Solarenergie weltweit voranzubringen.

Bilder

Foto: WJ
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