Die Excelsior-Fahrradwerke boomten um die Jahrhundertwende, so dass Gründer und Firmenchef Paul Conrad im Jahre 1909 nicht nur den repräsentativen Verwaltungsbau in der Wilhelmsdorfer Landstraße errichten ließ, sondern schon zuvor für sich selbst 1906/07 eine Villa, die „Villa Martha“ in der Wilhelmsdorfer Straße 85. Der Name steht an der Schauseite zum Jakobsgraben hin. Allerdings in der mittelalterlichen Unziale-Schrift, so dass auch immer wieder von der „Villa Margha“ die Rede ist.
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Der zweigeschossige Ziegelbau im Stil des späten Historismus fällt mit seinem Türmchen, den Blendgiebeln in Renaissanceformen und Erkern sofort ins Auge. Auch, weil das Wohn- und Geschäftshaus 1996/97 für gut drei Millionen Mark durch eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts umfangreich saniert wurde. Nicht nur das Äußere, sondern auch die Stuckdecken und Ausmalungen im Inneren wurden wiederhergestellt. Auch die Sonnenuhr und die Aufschrift „Villa Martha“ erstrahlen seitdem wieder im alten Glanz.
Damit war in der Wendezeit kaum noch zu rechnen. Bereits 1984 war das ruinöse Bauwerk leergezogen worden, obwohl man noch in den 1970er Jahren zum Jakobsgraben eine Spundwand gesetzt hatte, um ein Absacken der Fundamente zu verhindern. Was aber nicht vollständig gelang. Trotzdem schaffte es das marode Haus, das damals durch die Wohnungsgesellschaft der Stadt verwaltet wurde, im Jahre 1992 auf die Denkmalliste. Da ein Restitutionsanspruch bestand, passierte erst einmal nichts. Zumindest gab es aus Mitteln der Städtebauförderung – 62.000 Mark – einige Sicherungsmaßnahmen. Über einen Investitionsvorrangbescheid kam schließlich die GbR in den Besitz der Villa, die die ehrwürdige Villa schließlich rettete.