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Homeyenbrücke: Seit 825 Jahren verbindet eine Brücke die Altstadt mit der Dominsel

Historisches
  • Erstellt: 14.03.2026 / 20:01 Uhr von Marcus Alert
Die Homeyenbrücke war im Jahre 1936 die letzte in Brandenburg, die ihre Klappvorrichtung verlor, die über 20 Jahre zuvor mit dem Bau des Silokanals (1910) unnötig geworden war. Das lag auch daran, dass die massive Eisenbrücke erst im Jahre 1882 fertiggestellt worden und somit noch in einem guten Zustand war. Die moderne Konstruktion von 1936 hielt allerdings nur neun Jahre. Dann wurde das Bauwerk von deutschen Soldaten in die Luft gesprengt.
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Ab dem 20. Juli 1946 war die Homeyenbrücke dann aber wieder passierbar, auch wenn die Restarbeiten noch mehrere Monate andauerten. Wäre es in den 1930er Jahren nach Stadtbaurat Moritz Wolf gegangen, dann wären im Zuge des Brückenbaues auch Schienen verlegt worden, um die Straßenbahn vom Altstadt Markt über die Dominsel zum Neustadt Markt zu führen.

Die Verbindung zwischen Dominsel und Altstadt stammt nach neuesten Erkenntnissen aus der Zeit um 1200. Kurz zuvor waren der Mühlen- und der heutige Grillendamm aufgeschüttet worden. Das Jahr 1200 ist Ergebnis einer dendrologische Untersuchung von sechs Pfählen und Holzstücken, die beim Bau der jetzigen Brücke im Jahre 2009 gefunden worden waren. Die Brücke ermöglichte den Verkehr zwischen Alt- und Neustadt und die Altstädter gelangen über den Grillendam bis nach Spandau.

In den schriftlichen Quellen fand man für 1204 die Bezeichnung „Hospital bei der Brücke von Krakau“ und für 1216 „Neue Brücke“ im Zuge des „Alten Dammes“. 1384 findet sich erstmals die Bezeichnung „Homeyenbrücke“ in einer Urkunde. Nach Stadthistoriker Otto Tschirch bezeichnete eine „homeye“ eine Straßensperre als äußere Befestigung. Für 1574 ist eine hölzerne Zugbrücke mit Brückenhaus nachgewiesen. Dieses dürfte ein Zollhaus gewesen sein, da die Altstädter die Mühlen auf der Insel zum Mahlen ihres Kornes nutzten. Eine Zugbrücke musste es damals zwingend sein, da vom Beetzsee Korn- und Lehmschiffe in die Stadt gelangen wollten.

Die jetzige Brücke wurde 2009/10 für fast drei Millionen Euro gebaut. Sie hat – ohne Zusatzstützen - eine Stützweite von 32 Metern, eine Durchfahrtshöhe für Schiffe von 4,50 Meter und die Gesamtbreite beträgt 11,50 Meter. Während der Baumaßnahme gab es eine Notbrücke für Fußgänger. Auf der Altstadtseite wurden 2011 die beiden von der Steinmetz-Firma Fischer restaurierten Tafeln von 1946 sowie eine neue für den aktuellen Ersatzneubau angebracht.

Bilder

Die alten Tafeln wurden 2011 wieder montiert. Foto: Alert
Die dritte Tafel erinnert an den jetzigen Neubau. Foto: Alert
Bis 1936 befand sich an dieser Stelle eine eiserne Klappbrücke. Foto: Archiv Alert
Die Homeyenbrücke wurde 1946 fertiggestellt. Foto: Archiv Alert
2005 war die Brücke bereits sehr marode. Foto: Alert
Die Brücke während des Abrisses. Im Hintergrund die Notbrücke. Foto: Alert
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