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Appell der Stadt: Jungtiere nicht anfassen oder einfangen

Stadtgeschehen
  • Erstellt: 15.03.2026 / 09:01 Uhr von ant
Mit dem Frühlingsanfang erblickt vielerorts auch der Wildtier-Nachwuchs das Licht der Welt. Damit verwandelt sich unsere Natur für zum Beispiel Feldhasen, Füchse, Waschbären, Rehe und Wildschweine aber auch verschiedene Vögel in eine große Kinderstube. Einzelne Bäume oder Parkanlagen in der Stadt bilden da keine Ausnahme, sie sind Lebensraum. Die Stadt bittet daher aktuell besonders Rücksicht zu nehmen, wenn Wildtiere gesichtet werden. Denn die Eltern- und Jungtiere brauchen Schutz und Ruhe.
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Sie reagieren während der Aufzuchtzeit sehr empfindlich auf Störungen. Der Nachwuchs kann sogar verlassen oder die Fütterungsaktivitäten eingestellt werden, wenn der Mensch stört oder Einfluss nimmt. Beispielsweise sind Rebhuhnküken alleingelassen, nur wenige Minuten überlebensfähig. Bei Wildschwein-Müttern ist Vorsicht geboten, denn wenn diese glauben ihr Nachwuchs ist in Gefahr, blasen sie mitunter zum Angriff.

Daher bittet die Stadt darum, im Wald und auf dem Feldern auf den Wegen zu bleiben und die Hunde an der Leine zu führen. Auch die Jagd ruht derzeit größtenteils um Störungen des Wildes zu vermeiden.

Beim Umgang mit aufgefundenem Jungwild ist Umsicht angebracht. Panik oder Angst sind kein guter Ratgeber. Gleiches gilt für übertriebene Tierliebe aufgrund des Gedanken „Ich muss dem armen Tier helfen“. Nein. Finder sollten sich zügig und geräuschlos entfernen und das „Findelkind“ keinesfalls anfassen, sondern einfach an der jeweiligen Fundstelle belassen. Denn gesunde Jungtiere werden meist erst durch den Kontakt zum Menschen, zu hilflosen Waisen. In aller Regel halten sich die Elterntiere in der Nähe auf und kehren dorthin zurück, sobald sich der Mensch entfernt hat.

Der Junghase beispielsweise ist durch seine Farbe gut getarnt und gibt in den ersten Lebenstagen keine Witterung ab. Sie werden zum Schutz vor Fressfeinden von den Eltern abgelegt. Dort harren sie in typischer Hasenmanier mit angelegten Löffeln reglos aus. Die Häsin sucht ihren Nachwuchs nur zwei- bis dreimal täglich zum Säugen auf. Gleiches gilt auch für Rehe. Der Nachwuchs also „Bambi“ ist zu dessen Schutz die meiste Zeit des Tages allein. Wird das „Bambi“ angefasst, ist es meist dem Tod durch Verhungern oder Schwächung ausgeliefert.

„Finder“ können und sollten sich an die Jagdbehörde unter 03381 58 32 07 oder an die Feuerwehr wenden bzw. einen ortsansässigen Jäger kontaktieren. Diese können die Situation und den Zustand des Wildtieres besser einschätzen.

Bilder

(c) Stadt Brandenburg an der Havel/Untere Jagdbehörde
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