Für die Mitglieder des Brandenburger Karnevals-Club BKC 1964 e.V. war die 62. Saison auf verschiedenste Art eine ganz besondere. Nicht nur, dass man aufgrund des Wasserschadens im Großen Haus des Brandenburger Theaters nicht an gewohnter Spielstätte agieren konnte, kamen im Laufe der Saison auch so manche Herausforderungen auf die Karnevalisten zu. Jetzt zog Mario Heitz, Präsident des BKC, gemeinsam mit Pressesprecherin Anett Rostalski, Bilanz auf die Saison, die am Aschermittwoch endete. „Aus unserer Sicht ist die Saison richtig gut gelaufen und wir hatten viele Höhepunkte. Auch mit der Studiobühne, in die wir umziehen mussten, sind wir gut zurechtgekommen“, so Mario Heitz rückblickend.
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Dieser Umzug in die Studiobühne stellte alle Aktiven auf und hinter der Bühne vor neue Aufgaben. Die Räume waren plötzlich andere, ebenso die Laufwege zur Bühne. Das gab ein großes Hin und Her und oft auch Verwirrungen. „Das ist auch etwas, was besprochen werden muss, damit es in der nächsten Saison besser klappt“, so Anett Rostalski. Sehr große Unterstützung erhielten die Karnevalisten durch die Mitarbeiter des Theaters.
So musste die Bühne recht kurzfristig aufgebaut werden. Eine Sorge, dass für die Tanzgruppen der Platz nicht ausreichen könnte, konnte durch deren Erweiterung nach hinten ausgeräumt werden. „Als dann doch noch unser Bühnenbild kam, waren alle begeistert, dass wir nicht vor einer schwarzen Wand auftreten müssen. Das zeigte auch, das große Entgegenkommen seitens der Theaterleute“, ergänzt Rostalski. Ein Wunsch für die nächste Saison wäre aber, dass die Bühne höher gebaut wird, damit auch die Gäste auf den hinteren Plätzen mehr vom Geschehen auf der Bühne sehen können.
Mit dem Umzug in die Studiobühne verringerte sich allerdings auch die Platzkapazität von 400 auf 280 Plätze. Insgesamt hatte der BKC aber eine Auslastung seiner Veranstaltungen von 99 Prozent und kann auf 2.223 Besucher zurückblicken. Das waren im Vergleich zur 61. Saison 272 weniger verkaufte Karten. Der Grund war, dass wegen der geringeren Anzahl von Plätzen bei hoch frequentierten Veranstaltungen bereits verkaufte Karten zurückgezogen werden mussten. Das betraf zum Beispiel die Weibersitzung, den Kinderfasching und die Familiensitzung.
Zu den Höhepunkten zählte die immer beliebter werdende Veranstaltung „Freunde zu Gast“. In der 62. Saison konnte der BKC 15 Gastvereine begrüßen, die teils eigene Programmpunkte mitgebracht hatten. Dabei hatten die Jecken der Garde aus Kiel den längsten Anreiseweg. „Die waren so begeistert, das sie sich schon für das nächste Jahr wieder angemeldet haben. Übernachtet haben sie bei uns im Narrenhaus und zogen am nächsten Tag weiter“, so die Pressesprecherin.
Zur Galasitzung des BKC, der letzten Sitzung einer Saison, gab es dazu zwei besondere Ehrungen. Das langjährige BKC-Mitglied Hans-Werner Rostalski wurde zum Ehrenpräsidenten des BKC ernannt. Damit reiht er sich als 4. Ehrenpräsident des BKC in die Reihe der Ehrenpräsidenten hinter Prof. Dr. Großmann, Günter Heider und Karl-Heinz Siebert ein. Die zweite hohe Ehrung, die Verleihung des Märkischen Mimen, ging an den scheidenden Oberbürgermeister der Stadt, Steffen Scheller. Es ist die höchste Ehrung des BKC und wird seit 2002 vom BKC an Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens mit Bezug zum Karneval verliehen.
Die Aktiven auf der Bühne mussten sich auch auf viele Veränderungen einstellen. So saß der Elferrat nicht mehr mit auf der Bühne und der Sitzungspräsident stand plötzlich mitten auf ihr oder wanderte gar durch die Gästeschar während seiner Moderation. Sorge hatten auch die Sänger des BKC, da die Band plötzlich oben auf dem Rang stand und nicht mehr seitlich an der Bühne. Das konnte aber auch gelöst werden, wie informiert wurde.
Neben all den Höhepunkten und dem Spaß beim Karneval kam es leider auch zu einem unschönen Vorfall. Am 2. Veranstaltungs-Wochenende fehlten in den verschiedensten Garderoben Geschenke, Kostümteile, wie die Brillen der Bollmann-Garde, und Süßigkeiten. Die Polizei durchsuchte daraufhin Räumlichkeiten im Theater und fand entsprechendes Diebesgut in einem Raum, der von einem Mitarbeiter der Reinigungsfirma im Theater genutzt wird. Gegen ihn wurde eine Anzeige erstattet und ihm wurde seitens des Theaters ein Hausverbot ausgesprochen.
Ein weiteres Highlight war die Veröffentlichung der Chronik des BKC. Insgesamt 150 Ausgaben gingen bereits in den Verkauf. Zudem liet die Chronik jetzt unter anderem im Fastnachtsmuseum des BdK (Bund Deutscher Karneval) in Kitzingen. Von da kam die Bemerkung zurück: „Endlich kommt mal etwas Vernünftiges aus dem Osten“. Exemplare sind auch im Landesverband KVBB, im Bundesarchiv in Berlin, in der Deutschen Nationalbibliothek in Leipzig, im Landesarchiv Potsdam und natürlich im Archiv der Stadt Brandenburg hinterlegt.
Jetzt geht es für den Verein mit Blick nach vorn, denn nach kurzer Erholungspause wird spätestens im Sommer wieder trainiert, geübt und an den Darbietungen gefeilt. Zuvor gibt es noch im Mai die turnusmäßige Mitgliederversammlung mit der anstehenden Wahl des neuen Vorstandes. Gleichzeitig wird man sich damit beschäftigen, ob die Studiobühne auch in Zukunft als Veranstaltungsort weiter infrage kommt.