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Bereits nach zwei Tagen war der Widerstand der Golzower Burg gebrochen

Historisches
  • Erstellt: 18.03.2026 / 20:01 Uhr von Marcus Alert
Von Plaue hat eins, auch Gollwitz, Reckahn oder Rogäsen. Golzow allerdings nicht mehr. Das dortige Schloss brannte 1945 inklusive des wervollen Inventars, des Gutsarchives und nicht zuletzt der Ahnengalerie völlig aus und wurde in den Nachkriegsjahren bis 1947 komplett abgetragen. Heute sind nur noch kleine Reste des einst 60 Morgen großen Parks, einige Feldsteine und der einstige Schlossteich zu entdecken. Bauherr war die Familie von Rochow, die gut 800 Jahre auf Golzow saßen.
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Im Zuge der Bodenreform fielen Schlossruine und Park an die Gemeinde. Im Jahre 1950 wurden Teile des alten Gutsparkes planiert, fielen damals zahlreiche Bäume der Axt zum Opfer. Auf der Fläche entstand der heutige Sportplatz. Erhalten blieben in dem einstigen barocken Lustgarten, wohl angelegt von dem bekannten Gärtner Johann Leopold Ludwig Schoch, mehrere über 300 Jahre alte Platanen, die einst Friedrich der Große dem Gutsherrn geschenkt hatte. Auch eine Hainbuchenhecke blieb erhalten.

Das Schloss mit einer hellroten Farbe wurde zwischen 1685 bis 1690 von einem italienischen Baumeister im Auftrag von Konrad Moritz von Rochow als stattlicher zweigeschossiger Putzbau mit Walmdach errichtet und im Jahre 1748 dann noch einmal deutlich ausgebaut. Der Vorgängerbau, eine mächtige Wasserburg, war genauso wie das Städtchen inklusive Kirche nach 1746 Opfer eines verheerenden Brandes geworden. Die Rochows verfügten Mitte des 18. Jahrhunderts offensichtlich über sehr gut gefüllte Kassen. Denn 1750 ließ Friedrich Wilhelm IV. von Rochow in der Ortsmitte auch gleich noch die achteckige Golzower Kirche errichten.

Im Jahre 1414 wäre es mit den Rochows auf Golzow beinahe vorbei gewesen. Gemeinsam mit Hans und Dietrich von Quitzow und seinem Schwiegersohn Caspar Gans von Putlitz machte Wichard von Rochow damals Front gegen den Burggrafen Friedrich von Hohenzollern. Der suchte sich daraufhin mächtige Verbündete, sicherte sich das gewaltige Geschütz namens „Faule Grete“, und belagerte damit ab dem 5. Februar 1414 die Burg Golzow.

Bereits am 7. Februar war der Widerstand gebrochen. Mit einem Strick um den Hals und die Frauen in weißen Badekleidern gehüllt, lieferte sich der Burgherr den Belagerern auf Gnade oder Ungnade aus. Noch bevor Friedrich von Hohenzollern am 18. April 1417 in Konstanz mit der Mark belehnt wurde, erhielt Wichard von Rochow zumindest die Burg Golzow zurück. Im Gegenzug verlor er damals allerdings Potsdam.

Bilder

Ansicht des Golzower Schlosses, Archiv Alert
Ansicht des Golzower Schlosses, Archiv Alert
Ansicht des Golzower Schlosses, Archiv Alert
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