Ludwig Manzel (1858-1936) war ein bedeutender deutscher Künstler. Was ihm sicherlich die Karriere ebnete, war die Freundschaft mit Kaiser Friedrich Wilhelm II. Ab Mitte der 1890er Jahre gab es daher diverse Aufträge für Kaiserdenkmale in verschiedenen preußischen Provinzstädten. Allerdings nicht für die Stadt Brandenburg. Aber zumindest zeichnete er für den heute nicht mehr vorhandenen Kurfürstenbrunnen vor dem Altstädtischen Rathaus verantwortlich.
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Ludwig Manzel stammte aus ärmlichen Verhältnissen und ging im Jahre 1875 völlig mittellos, aber hochbegabt, an die Berliner Kunstakademie. Nach seinem Abschluss erzielte er erste Erfolge und erhielt zudem ein Reisestipendium. Drei Jahre hielt er sich in der Folgezeit in Paris auf. Er war nicht nur als Bildhauer, sondern auch als Maler und Grafiker tätig. Höhepunkt seines Schaffens war sicherlich die Herstellung von Figuren für den Berliner Dom und das Reichstagsgebäude. Ab 1898 lehrte er, inzwischen Professor, unter anderem an der Berliner Kunstakademie und war in späteren Jahren sogar Präsident der Preußischen Akademie der Künste. Er starb am 20. November 1936 in Berlin und wurde auf dem Südwestkirchhof Stahnsdorf beigesetzt.
Das 8,20 Meter hohe Reiterstandbild des ersten hohenzollernschen Kurfürsten Friedrich I. wurde am 30. Mai 1912 im Beisein des Kaisers und ihm Rahmen der Hohenzollernfeier eingeweiht. Auch Professor Ludwig Manzel war mit dabei. 50.000 Mark kostete das Kunstwerk, das aus Spenden aus der Bürgerschaft finanziert wurde. Obwohl der Brunnen im Jahre 1946 auf Beschluss des Magistrats geschliffen wurde, blieben zumindest die vier bronzenen Brunnenfiguren erhalten. Die einen Meter hohen Bronzesäulen stellen einen Gelehrten, einen Kaufmann, einen Maurer und einen Bauer dar. Sie befinden sich heute im Depot des Stadtmuseums.