Etwas über 40 Jahre beherbergte das Städtchen Plaue das St. Jakobus-Heim. Katholische Ordensschwestern, erst die Borromäerinnen und dann die Franziskanerinnen aus dem österreichischen Vöcklabruck, betrieben im Auftrag des Caritas-Verbandes vom 1. Oktober 1947 bis Ende Dezember 1990 das Altenheim in der heutigen Genthiner Straße. Bei voller Auslastung bot es immerhin 40 Senioren Platz. Heute zeugt nach dem vor einigen Jahren erfolgten Abriss nur noch eine große Baulücke von dem einstigen Heim.
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Eingerichtet wurde das Heim im ehemaligen Gasthof und Hotel „Schwarzen Adler“. Im Jahre 1945 nutzte erst einmal das sowjetische Militär die Immobilie. Die Eigentümer lebten da schon im Westen. Der Caritas-Verband in Berlin nahm Kontakt mit der im Nordseebad St. Peter lebenden Elisabeth Grabsch auf, die Haus und Grundstück letztlich an die Caritas verpachtete. Der damalige Vikar nahm daraufhin Kontakt zu den Barmherzigen Schwestern vom heiligen Karl Borromäus auf. Die suchten damals neue Aufgaben, da auch sie aus Schlesien vertrieben worden waren.
Im Herbst 1947 trafen die Schwestern Konkordia, Manfreda, Clavera und Irmtrud in Plaue ein. Allerdings konnte nur ein Teil des großen Hauses genutzt werden, da darin noch eine Schlosserei betrieben wurde. Auch gab es einige Mieter. Doch alle zogen nach und nach aus. Die katholischen Ordensschwestern wurden zwar anfangs argwöhnisch beäugt, doch halfen sie auch immer wieder als Krankenschwestern aus, sodass sie schon bald anerkannt wurden. Mit Bezug auf die für Plaue typischen Fischer und auch den Fischerjakobi nannten sie das Haus St. Jakobus-Heim.
Da der Gastwirt im Jahre 1932 der Sportgemeinschaft Plaue den Saal und den in einen Sportplatz umgewandelten Sommergarten auf 20 Jahre verpachtet hatte, war der große Raum erst ab April 1952 nutzbar. Darin wurde von der katholischen Gemeinde eine Kirche eingerichtet. In der Chronik ist nachzulesen, dass dies vor allem für die Schwestern und die Insassen eine große Erleichterung war. Aufgrund der vielen Flüchtlinge lebten in Plaue und Umgebung auch zahlreiche Katholiken.
Die Borromäerinnen mussten Ende 1968 aufgeben. Zum 1. Januar 1969 übernahmen die Franziskanerinnen das Haus. Schwester Eugenia fungierte als Oberin und ihr standen drei Schwestern zur Seite. Trotz erfolgter Renovierungen war jedoch die Bausubstanz mittlerweile sehr schlecht. In eine West-Immobilie wurde in der DDR nichts investiert. 1986 gab es einen Aufnahmestopp, lebten zu diesem Zeitpunkt 22 Senioren in dem Haus. Am 1. Oktober 1987 kehrten die Ordensschwestern zurück in das Marienkrankenhaus. Ende 1990 wurde das Haus dann leergezogen. Die katholische Gemeinde kehrte zu St. Bernhard zurück.