Bis zum letzten Tag des 2. Weltkrieges Anfang Mai 1945 wurden auf dem unweit des Krematoriums gelegenen Ehrenfriedhof noch tote Männer mit allen militärischen Ehren in Särgen beigesetzt. Über 300 Gräber gab es dort direkt nach dem Krieg. 294 Gräber existierten laut dem Belegungsplan Mitte der 1990er Jahre. Hintergrund der Abnahme ist, dass ab den 1950er Jahren innerhalb der DDR Umbettungen in die Heimatorte stattfanden. Anfragen aus dem Westen blieben dagegen zumeist unbeantwortet. Erst nach der Wende wurden auch diese Umbettungen möglich.
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Ende 1939 wurde der Ehrenfriedhof angelegt. Sichtbares Zeichen war ein etwa zehn Meter hohes hölzernes Schwert, das auf einem kleinen Hügel im Boden steckte. Beigesetzt wurden Männer in Uniform, die innerhalb der Reichsgrenzen durch Feindeinwirkung starben. Also bei weitem nicht nur Wehrmachtsangehörige, sondern auch SS, Polizei, Luftwaffe oder Bahnpolizei.
Es finden sich auch der 15-jährige Hitlerjunge Günter Müller oder Heinz Sumpf auf dem 680 Quadratmeter großen Gräberfeld, der bereits 1939 beim Reichsarbeitsdienst den Tod fand. Selbst ein Bahnschutz-Mitarbeiter wurde hier im Jahre 1943 beigesetzt. Zu vermuten ist, dass er durch Partisanen den Tod fand. Sehr viele Tote kamen auch aus dem Reservelazarett auf dem Görden oder aus den Einrichtungen im AOK-Gebäude oder dem Schulbau am Nikolaiplatz.
In den 1960er Jahren landeten die Grabsteine auf der Deponie in Fohrde. Die Einebnung wagte man jedoch nicht, obwohl man der Meinung war, dass dort nur Faschisten beigesetzt wurden. Die Zerstörung hätte wegen des 1949 abgeschlossenen Genfer Abkommens zu internationalen Verwicklungen geführt. Daher wurde die Fläche auch immer gut durch die Mitarbeiter der Friedhofsverwaltung gepflegt.
Vor nunmehr 20 Jahren wurde das zwischen Krematorium und Ehrenmal gelegene Areal mit einem Investitionsvolumen von 170.000 Euro komplett rekonstruiert. Heute sind die Tafeln mit den Namen und den Lebensdaten der hier beigesetzten Männer zu finden. Allerdings gibt es auch einige mit der Inschrift „unbekannt“.