Der Historiker Otto Tschirch oder der Sprachgelehrte Karl Sachs waren als Lehrer an der Saldria tätig, genauso wie die Künstler Walter Garski oder Arnold Topp. Während diese Männer noch heute bekannt sind, hat man von Ludwig Hacker kaum etwas gehört. Dabei war er von 1900 bis 1924 und somit fast ein Vierteljahrhundert Direktor der am Salzhofufer gelegenen Saldria.
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Der Geheime Regierungs- und Studienrat Ludwig Hacker unterrichtete am Gymnasium Mathematik. Doch nicht nur das. Er bekannte sich dazu seinen Schülern auch Gottesfurcht, Liebe zum Vaterland und Gehorsam gegen die Obrigkeit beizubringen. Und er ging mit gutem Beispiel voran. Trotz seiner 55 Jahre bei Kriegsbeginn, er wurde 1859 geboren, tat er von 1914 bis 1918 als Hauptmann der Reserve im 1. Weltkrieg Dienst an der Westfront und leitete in dieser Zeit die Kommandantur von St. Quentin in Frankreich. In Brandenburg war Ludwig Hacker stadtbekannt. Denn er trug noch als einer der ganz wenigen Havelstädter einen Zylinder. Damit war er bei seinen Kontrollgängen zwischen Neustadt Markt und Jahrtausendbrücke schon von Weitem gut von den Schülern zu erkennen. Denn dem sittenstrengen Herrn Direktor war es ein Dorn im Auge, dass sich seine Schüler mit den Mädchen des Lyzeums trafen anstatt sich mit Algebra zu beschäftigen. Da Ludwig Hacker immer schon frühzeitig zu erkennen war, konnten die Schüler schnell in die Seitenstraßen verschwinden.
Da die Altersgrenze damals 65 Jahre betrug, musste Ludwig Hacker zum 1. Mai 1924 aus seinem Direktoren-Amt scheiden. Der „Verein ehemaliger Saldrianer“ richtete ihm eine große Abschiedsfeier aus. Gefeiert wurde am 10. Mai 1924 im Hotel „Schwarzer Adler“. Dem gestrengen Herrn, der aber laut seinen Schülern auch immer wieder väterliche Güte ausstrahlte, war kein langer Ruhestand vergönnt. Er verstarb bereits am 16. Mai 1926 nach einem längeren Leiden.