19 Krahner und Rotscherlinder verloren im 1. Weltkrieg (1914-1918) ihr Leben. Auch Krahne gedachte nach dem Krieg seiner Toten. Am 12. Juni 1921 wurde ein Denkmal eingeweiht, das durchaus auffällig ist. Verantwortlich zeichnete der damalige Regierungs- und Baurat Conrad Dammeier. Der ist übrigens auch Schöpfer der Lehniner Schule und er erneuerte die Rädeler Kirche. Berühmt wurde er jedoch durch die Umgestaltung des Berliner Lustgartens zu einem Parade- und Aufmarschplatz.
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Die Dorfkirche war an diesem Sonntag dicht gefüllt. Etwa 500 Gäste sollen bei dem Festgottesdienst dabei gewesen sein. Da Krahne zu diesem Zeitpunkt nur 500 Einwohner zählte, dürften auch viele auswärtige Gäste dabei gewesen sein. Die Predigt hielt der Ortspfarrer Friedrich Ludwig Karl Buchholtz. Die Orgel erklang und auch ein Kinderchor war beteiligt. Unter dem Geläut der Kirchenglocken und bei Trauermusik ging es anschließend in die Ortsmitte. Dort stand der turmartig hochragende, massive Bau aus Feldsteinen. In einen Spitzbogen eingelassen wurde eine von einem Eisernen Kreuz bekrönte Granittafel. Über dem Spitzbogen befanden sich die Zahlen 1914/18 sowie an den Seiten ein Spaten und eine Picke aus Metall. Im „Brandenburger Anzeiger“ vom 18. Juni 1921 ist zu lesen, dass hiesige Maurer und Schmiedemeister für geringen oder sogar keinen Lohn das stattliche Denkmal errichtet haben.
Bei der Einweihung fand der Gutsherr Rittmeister von Schierstädt lobende Worte. Conrad Dammeier übergab das „Heldendenkmal“ an das verdienstvolle Ausschussmitglied Förster Hirtzel. Der wiederum reichte es an den Gemeindevorsteher weiter. Der Krahner Männergesangsverein sorgte für den Rahmen und trompeter bliesen am Ende den Kavallerie-Retraite, den Rückzugs-Befehl.
Im Juni 2000 wurde das Denkmal wiedereingeweiht. Über 20.000 Euro flossen in die Sanierung, wurde auch die verwitterte Tafel aufgearbeitet. Hinzu kam eine Tafel für die Toten des 2. Weltkrieges. Recherchen ergaben immerhin 40 Namen. Darunter waren gleich drei Willmanns, die älteren Brüder von Heini Willmann, der selbst damals noch zu jung war, um in den Krieg zu ziehen.