Logo

Der dreiköpfige Gott der Heveller hieß Triglav

Historisches
  • Erstellt: 09.04.2026 / 20:01 Uhr von Marcus Alert
Vom dreiköpfigen Triglav – auch Triglaf oder Triglaw - ist heute bis auf den Straßennamen in Brandenburg nichts mehr zu erkennen. Der dreiköpfige Gott der Heveller hatte wohl ab dem Slawenaufstand von 983 seinen Platz auf dem Harlunger Berg – erst später Marienberg genannt. In dem ersten kleinen Kirchlein, das um 1166 entstanden sein soll, und später in der ab 1222 errichteten prächtigen Marienkirche, soll jeweils in einer Nische das Götzenbild untergekommen sein.
Anzeige

So konnten die Slawen, die oftmals noch ihrem alten Glauben anhingen, Triglav weiterhin, unauffällig, anbeten. Als der Ex-Dänenkönig Christian II., der damals im brandenburgischen Exil lebte, im Jahre 1526 die Chur- und Hauptstadt besuchte, wurde ihm auch die hölzerne Triglav-Figur gezeigt. Letztlich soll er ihn mit Erlaubnis des hohenzollernschen Kurfürsten Joachim I., wie der Brandenburger Stadthistoriker Otto Tschirch berichtet, mit genommen haben.

Von dem hiesigen Triglav gibt es keinerlei Beschreibungen. Dafür aber von dem Slawengott aus Stettin. Demnach war er nicht sehr groß und verfügte über drei Köpfe, weil er in drei Reichen – im Himmel, auf der Erde und in der Unterwelt – herrschte. Die Köpfe waren versilbert. Augen und Lippen waren jeweils mit einem goldenen Band verschlossen. So konnte dieser barmherzige Gott keine Sünden beobachten und diese somit auch nicht offenbaren.

Zu Ehren dieses Gottes wurde im Tempel ein schwarzes Roß mit reich geschmückten Sattel und Zaumzeug gehalten. Dieses heilige Pferd wurde von den Priestern für Wahrsagungen genutzt. Dabei wurde es über neun Speere geführt. Entscheidend war dabei, welchen Fuß das Pferd zuerst hob und ob der Fuß welche Lanze berührte. Nach jedem Kriegszug landete ein Zehntel der Beute in der Schatzkammer des Triglav-Tempels.

Bilder

Der Triglafweg erinnert heute noch an den Gott der Heveller. Foto: Alert
Durch die Marienkirche wurde die slawische Kultstätte kurzerhand überbaut. Foto: Archiv Alert
Dieser Artikel wurde bereits 2.830 mal aufgerufen.

Werbung