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Vor über 200 Jahren: Ein Tatzenkreuz für den Göttiner Mühlenmeister Hinnenburg

Historisches
  • Erstellt: 19.04.2026 / 20:01 Uhr von Marcus Alert
Das schwarz-goldene Tatzenkreuz auf dem Göttiner Friedhof fällt dem Besucher sofort ins Auge. Über 200 Jahre ist das gusseiserne Grabkreuz alt. Es erinnert an den am 5. Juni 1780 geborenen Mühlenmeister Carl Friedrich Hinnenburg, der am 19. September 1818 bereits mit 38 Jahren verstorben war. Seine Witwe hatte das Kreuz in Auftrag gegeben. Es war eines der ersten seiner Art und somit natürlich auch eines der ältesten in der Mark Brandenburg. Daher steht es auch unter Denkmalschutz.
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Es soll auf den berühmten preußischen Baumeister Karl Friedrich Schinkel (1781-1841) zurückgehen. Der Chemiker Martin Heinrich Klaproth, am 1. Januar 1817 in Berlin verstorben, ruht unter dem ersten Kreuz dieser Art, das in der königlichen Eisengießerei Lauchhammer entstanden ist. Wo das Göttiner Grabkreuz entstanden ist, ist jedoch unbekannt. Das Kreuz muss aber in einem speziellen Betrieb hergestellt worden sein. Als Betreiner der Göttiner Wassermühle sollte der Verstorbene über die nötigen Mittel verfügt haben.

Diese gußeisernen Monumente sind zwar besonders langlebig, doch existiert das mit jeweils drei Sternen geschmückte Göttiner Tatzenkreuz nur, weil es kurz nach der Wende gerettet wurde. Der damalige Pfarrer Gerke Pachali schob die Restaurierung an. Die Kirchengemeinde übernahm 20 und die Denkmalpflege 80 Prozent der Kosten, die sich letztlich auf 10.800 DM beliefen. Während der Brandenburger Steinmetz Peter-Uwe Sohn für den Sockel verantwortlich zeichnete, restaurierte die hiesige Kunst- und Bauschlosserei von Bernd Haberjoh den stark korrodierten Schaft.

Am 27. Mai 1993 wurden der gesprungene Sandsteinsockel und das gußeiserne Kreuz demontiert. Nach einer Untersuchung durch die Farbrestauratorin Katharina Geipel wurden als Farben schwarz und gold festgelegt. Nach einer Sandstrahlung in der Schiffswerft Plaue erhielt das reparierte Kreuz einen Grundanstrich sowie zwei Deckanstriche. Danach folgte die Vergoldung von Schrift und Sternen. Die Wiederaufstellung erfolgte im August 1993. Vor zwei Jahren erfolgte eine weitere Sanierung durch die Firma Fischer.

Bilder

Das über 200 Jahre alte Göttiner Tatzenkreuz. / Foto: Alert
So sah das historische Grabkreuz noch kurz nach der Wende aus. / Foto: Alert
Die goldene Inschrift erzählt alles über den Mühlenmeister. / Foto: Alert
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