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Erst mussten die Pferde und dann auch die Göttiner Männer in den 1. Weltkrieg

Historisches
  • Erstellt: 20.04.2026 / 20:01 Uhr von Marcus Alert
Der 1. Weltkrieg (1914-1918) begann im Brandenburger Ortsteil Göttin in der Nacht zum 1. August 1914. Da beschlagnahmte das Infanterie-Regiment Nr. 35 sämtliche Pferde des Dorfes. Einen Tag später mussten auch die wehrfähigen Männer zu den Waffen eilen. Jedes Mal, wenn eine Todesbotschaft eintraf, läuteten die Göttiner Kirchenglocken. Allerdings nur bis zum Juli 1917.
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Denn am 29. Juli 1917 wurden die Göttiner Kirchenglocken zur Metallsammelstelle nach Golzow geschafft, um daraus Kanonen zu fertigen. Als der Krieg am 11. November 1918 endete, waren immerhin 22 Göttiner Männer gefallen. In der Chronik des Dorfes ist nur von 18 Männern die Rede, wohl, weil diese Zahl auf der Kirchenchronik basiert und dort nur Mitglieder der evangelischen Gemeinde aufgeführt wurden.

Drei Jahre nach dem Ende des Krieges errichteten sich die Göttiner dann ein Kriegerdenkmal mit den Namen aller 22 Toten, von Jos Alscher bis Friedrich Wolter. Die Männer des Ortes übernahmen dazu freiwillig alle Arbeiten und Fuhren. Bei der Enthüllung der nach unten verjüngten Granitstele, die von einem Eisernen Kreuz bekrönt wurde, hielt der Lehrer Grapp die Einweihungsrede. „.. möge für unser Volk bald die Morgenröte einer besseren Zeit entstehen, und es recht bald freiwerden von den schwarzen Fesseln, die uns jetzt schmachvoll ketten“, führte er aus.

Im Jahre 1947 wurde das Denkmal gestürzt, blieb aber an Ort und Stelle liegen. Die vier Kugeln am Fuße und die schwarze Tafel verschwanden jedoch. 1952 errichtete der VEB Energiebau die Hochspannungsleitung vom Klingenberg nach Rietz. Zimmermeister Fritz Steffen überzeugte die damaligen Monteure, den Stein mit ihrer Technik wieder aufzurichten. Später ließ die LPG den Block dann jedoch zum Platz an der heutigen Buswendeschleife umsetzen.

Erst im Jahre 2011 wurde das inzwischen sanierte Denkmal mit nun wieder lesbaren 22 Namen erneut in die Ortsmitte umgesetzt. Zumindest zwei der vier Kugeln fanden sich wieder an. Da die Marmortafel nicht wieder auftauchte, wurde eine neue Tafel gefertigt, die mit ihrem Text – „Den Toten beider Weltkriege zum Gedenken“ - an die Toten beider Weltkriege erinnert.

Bilder

Das Göttiner Kriegerdenkmal wurde drei Jahre nach Ende des 1. Weltkrieges eingeweiht. Foto: Archiv Alert
Seit 2011 steht das Denkmal wieder in der Mitte des Ortes. Foto: Alert
Die 22 Namen der Gefallenen des 1. Weltkrieges sind immer noch gut lesbar. Foto: Alert
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