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Theodor Fontane attestierte dem Wiesike-Grabmal 1876 eine gewisse Originalität

Historisches
  • Erstellt: 03.05.2026 / 20:01 Uhr von Marcus Alert
Ein 300 Schritte langer Fliederweg führte einst von der Villa Wiesike in Richtung Osten zum Erbbegräbnis, den sich der Besitzer des Margarethenhofes Karl Ferdinand Wiesike noch zu seinen Lebenszeiten anlegen ließ. Anlass war der Tod seiner am 20. November 1865 verstorbenen Ehefrau Julie. Der Gutsherr ließ inmitten eines sumpfigen Geländes unweit der Wiesike-Villa eine Fläche und einen dorthin führenden Damm anschütten. Als Theodor Fontane im Jahre 1874 den Margarethenhof erstmals besuchte, besichtigte er auch das Grabmal, dem er eine gewisse Originalität zugestand.
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Die Grabanlage ließ er mit Hilfe einer Maschendraht-Umzäunung halbkreisförmig anlegen. In die Mitte, mit einem schmiedeeisernen rechteckigen Zaun versehen, kam ein Obelisk aus Granit mit den Medaillons der Eheleute sowie einem „Hygia“ und „Psyche“ darstellendes Relief. Auf der Säule wurde an den Gutsherrn und auch an seine treue Wirtschafterin Wilhelmine Rolle, die 1891 in Plaue verstarb, gedacht. Karl Ferdinand Wiesike wurde im Jahre 1880 am Fuße des Obelisken beigesetzt.

Das Erbe des Kaufmanns, Ziegeleibesitzers, Landwirts, Philosophen und Naturheilkundlers fiel an seinen Neffen und Buchhändler Hermann Wiesike (1830-1898), dem Sohn des ältesten Bruders von Karl Ferdinand Wiesike. Hermanns einziges Kind war Margarete Wiesike, die mit Reginald Kreusler verheiratet war. Ihr Sohn Hermann Kreusler verwaltete nach dem Tod des Vaters (1915) den Besitz für seine Mutter. Im Jahre 1920 wurde das Anwesen dann jedoch an die „Deutsche Gesellschaft für innere Kolonisation“ für vier Millionen Mark verkauft.

Im Erbbegräbnis ist neben dem Obelisken auch der gemeinsame Stein für Reginald (1847-1915) und Margarete (1856-1934) zu finden. Auch an den im 1. Weltkrieg (1914-1918) gefallene Sohn Hans Kreusler (1885-1914), der in Frankreich seine letzte Ruhe fand, wird mit einem Grabstein gedacht. Hier wurden auch die Tochter Margarete „Grete“ Groneweg (geborene Kreusler) und Elise Kreusler beerdigt. 1935 fand die letzte Beisetzung in der etwas abseits gelegenen Anlage statt.

Nach der Wende wurde die völlig heruntergekommene Grabanlage wiederentdeckt. Obwohl im Grundbuch festgeschrieben war, dass spätere Besitzer die Anlage in Ordnung zu halten haben, war dies nicht der Fall. Der damalige Plauer Quitzowverein regte Mitte der 1990er Jahre die Herrichtung der Anlage an, die 1997 der Stadt zugeordnet worden war. Es dauerte aber noch bis zum Jahre 2006, ehe die Wiesike-Grabanlage saniert wurde.

Bilder

Das Wiesike-Erbbegräbnis wurde nach der Wende von der Stadt saniert. Foto: Alert
Am Fuße des Obelisken ruht der Gutsherr Karl Ferdinand Wiesike. Foto: Alert
Für die späteren Beisetzungen wurde die Anlage halbkreisförmig erweitert. Foto: Alert
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