In der Schöppenkapelle der St. Katharinenkirche stellt eine für den um 1480 geschaffenen Hedwigsaltar geschnitzte Figur den Pestheiligen Rochus dar. Er steht in dem Mittelschrein rechts von der Heiligen Hedwig, links ist Adrianus von Nikomedien zu erkennen. Der unbekannte Künstler dieses spätgotischen Kunstwerkes verwendete bei Rochus ein Pestmal als Attribut für den Schutzpatron gegen die Pest. Da Rochus sein Gewand leicht anhebt, ist an seinem linken Oberschenkel die Pestbeule gut zu erkennen.
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Rochus von Montpellier soll im Jahre 1317 als Rompilger Pestkranke gepflegt und durch das Kreuzzeichen sogar geheilt haben. Bei der Rückreise fünf Jahre später erkrankte er dann selbst. Er zog sich in einen Wald zurück und soll dort durch einen Engel gepflegt worden sein. Die Legende erzählt, dass ihm ein Hund regelmäßig Essen gebracht haben soll. Rochus überlebte auf jeden Fall, war aber durch Narben völlig verunstaltet. Als er in Montpellier eintraf, erkannte man ihn nicht und warf ihn stattdessen als Spion ins Gefängnis. Als er schließlich fünf Jahre später starb, entdeckte man auf seiner Haut ein rotes Kreuz, das ihn als Rochus auswies.
Auch um Hedwig ranken sich verschiedene Geschichten. Die Herzogin von Schlesien heiratete im Jahre 1188 mit zarten 13 Jahren den Herzog Heinrich I. von Schlesien und gebar ihm sieben Kinder. Im Jahre 1210 gelobte sie Enthaltsamkeit und gründete das Zisterzienserkloster Trebnitz. Selbst im Winter lief sie barfuß. Als der Bischof anordnete, dass sie Schuhe tragen müsse, machte sie dies und trug sie künftig in der Hand. Gut 25 Jahre nach ihrem Tod wurde sie 1267 heiliggesprochen. Als der preußische König Friedrich der Große Schlesien seinem Reich einverleibte, kamen zahlreiche Katholiken ins Land. Friedrich erlaubte sogar den Bau der Hedwigskathedrale in seiner Residenzstadt.
Da ist das Leben von Adrianus fast schon langweilig. Der junge Patrizier war als römischer Hauptmann am Ende des 3. Jahrhunderts an Christenverfolgungen beteiligt. Als 23 Christen zum Tode verurteilt wurden, schloss er sich ihnen an. Auf einem Amboss wurden ihm daraufhin mit einer Eisenstange die Beine zerschmettert und mit einem Beil eine Hand abgehackt.
Diese und andere Geschichten sind am 21. Mai bei einem Vortrag über den Hedwigsaltar ein Thema. Die Bilderwelt wird erklärt und der Frage nachgegangen, wer der Schöpfer war. Der Vortrag beginnt um 18.30 Uhr in der St. Katharinenkirche.