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Der „Seeblick“ an der Plauer Schleuse hat eine lange Geschichte

Historisches
  • Erstellt: 01.05.2026 / 20:01 Uhr von Marcus Alert
Um Verwechslungen zu vermeiden, müsste die Gaststätte an der alten Plauer Schleuse eigentlich „Wendseeblick“ heißen. Von der Terrasse aus ist allerdings nicht nur der Wendsee, sondern auch die Seegartenbrücke gut zu sehen. Seit 166 Jahren existiert mit unterschiedlichen Namen diese Gaststätte bereits. Ursprünglich beherbergte das Grundstück allerdings eine Ziegelei.
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Der Plauer Schlossherr Baron von Lauer-Münchhofen (1755-1831) erwarb vom damaligen Plauer Bürgermeister Böttcher ein größeres Grundstück, um dort diese Ziegelei zu errichten. Diese lag in direkter Nachbarschaft zum Schleusenhafen. Laut Theodor Fontane hatte der Baron das Plauer Schloss im Jahre 1793 erworben. Das wäre somit der früheste Zeitpunkt für die Gründung des Ziegeleibetriebes. Bis Ende 1860 wurden hier Ziegel hergestellt. Anschließend wurde das Wohnhaus des Ziegelmeisters im Auftrag des neuen Schlossherrn Hans Valentin Ferdinand Graf von Königsmarck zu einer Gastwirtschaft umgebaut und verpachtet.

Im Jahre 1895 ließ der Graf die alte Gastwirtschaft abreißen und einen Neubau errichten. Pächter war bereits seit 1893 Hermann Dähne. Im Jahre 1913 kam auf Initiative des neuen Pächters der Saal hinzu. Nun in der Regie von Gastwirt Wilhelm Regelin. Auch ein Kohleplatz wurde angelegt. Beide Pächter betrieben parallel eine Materialwarenhandlung, wo sich die Schiffer mit Dingen versorgten, die sie für ihre weiteren Fahrten benötigten. Das endete im Jahre 1930, als die Schleuse wegen der Inbetriebnahme des neuen Kanals geschlossen wurde.

Im Jahre 1933 pachtete die Plauer Schützengilde die Gaststätte, die nun zum „Schützenhaus“ umfunktioniert wurde. Spätestens 1936 wurde Franz Bösner Pächter. Längst hatte sich die Gastwirtschaft zu einem Ausflugslokal entwickelt. Die Gäste kamen aus Brandenburg oder Genthin mit Ausflugsdampfern, zu Fuß oder mit dem Rad. 1945 fiel die Immobilie an die Stadt Plaue bzw. Brandenburg. Die Gaststätte wurde weiterhin verpachtet.

Ab 1986 war Uwe Heinrich Pächter. Im Dezember 1991 schlossen Heinrich und ein Partner mit der Stadt einen Erbbaurechtsvertrag ab. Danach wurde umgebaut. Etwas überraschend firmierte die Gaststätte ab Ende Mai 1994 dann als „Taverna Kouros“. Von den Griechen wurde auch das angeschlossene Hotel „Ikarus“ betrieben. Während die Gaststätte längst wieder „Seeblick“ heißt, blieb der Hotelname „Ikarus“ bestehen.

Bilder

Hermann Dähne betrieb die Gaststätte um die Jahrhundertwende. Foto: Archiv Alert
Wilhelm Regelin übernahm die Gastwirtschaft im Jahre 1913. Foto: Archiv Alert
Ab 1933 betrieb die Plauer Schützengilde die Gaststätte als „Schützenhaus“. Foto: Archiv Alert
Heute firmiert die Ausflugsgaststätte wieder als „Seeblick“. Foto: Alert
Der 1913 errichtete Saal beherbergt heute das Hotel „Ikarus“. Foto: Alert
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