Am Krahner Dorfrand erinnern ein Gedenkstein und eine Tafel an den ermordeten Gutsförster Paul Illmann. Die Tat ereignete sich in der Nacht vom 14. auf den 15. Januar 1908. Offiziell heißt es, dass Paul Illmann einen Wilddieb per Schuss in den Kopf tötete, dann von einem zweiten Wilddieb in den Rücken geschossen wurde, ehe er sich noch umdrehte, um diesem in den Bauch zu schießen. Der starb Minuten später. Der ihn begleitende Hilfsjäger Gollhardt griff laut der offiziellen Version nicht ein.
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Dass Förster in Ausübung ihrer Pflicht getötet wurden, war auch vor 100 Jahren noch nicht ungewöhnlich. Der 34-jährige Paul Illmann hatte zuvor schon 28 Wilddiebe festgesetzt und zur Anzeige gebracht. In den Reihen der Wilderer dürfte der Förster also nicht sehr beliebt gewesen sein. Am 14. Januar 1908 machte er sich mit dem Hilfsjäger Gollhardt auf den Weg zur Fasanerie, die sich am Ortsrand befand. In einer sich dort befindlichen offenen Jagdhütte bezog er Stellung und schon nach einer halben Stunde erschienen die mit Gewehren bewaffneten Wilderer.
Der 40-jährige Arbeiter Sarow stammte aus Brandenburg und sein 20-jähriger Sohn namens Möller lebte in Göttin. Offen ist die Antwort auf die Frage, warum sie bei eisiger Kälte und Schnee an einem Dienstag bis nach Krahne liefen und dann auch noch den Ortsrand berührten. Ihre Schüsse wären ja weithin zu hören gewesen. Gutsförster Illmann positionierte sich am Ortsrand, wo die Wahrscheinlichkeit, auf Wilderer zu treffen, höchst unwahrscheinlich war. Oder er hatte einen Tipp bekommen. Und da stellt sich die Frage nach der Rolle des Hilfsjägers. Er war am Ende der einzige, der diese Bluttat, auch noch völlig unbeschadet, überstand.
Nach seiner eigenen Aussage sei alles viel zu schnell gegangen. Der herbeispringende Hilfsjäger Gollhardt, der wahrscheinlich auch bewaffnet war, fand den Förster sterbend am Boden. Dessen letzte Worte galten seiner Frau Friederike. Gollhardt alarmierte sofort die Polizei, die etwa 800 Meter entfernt den zweiten Wilddieb fand, der an seinem Bauchschuss inzwischen ebenfalls gestorben war.
Zum 100. Jahrestag dieser blutigen Tat wurde im Januar 2008 ein von der Krahner Agrargenossenschaft gestifteter Findling am damaligen Ort des Geschehens aufgestellt. Eine Platte mit der nicht ganz korrekten Inschrift „Paul Illmann Gutsförster zu Krahne – In der Nacht zum 15.01.1908 von zwei Wilderern ermordet“ spendierte der Reckahner Edelstahlbauer Wolfgang Dietz. Und eine Tafel berichtet über die damaligen Geschehnisse. Der Text ist nicht stimmig, da der Förster letztlich ja nur von einem der Wilderer erschossen worden war.