Logo

Der Deißner-Stein kam im Jahre 1917 in die Gollwitzer Dorfmitte

Historisches
  • Erstellt: 07.05.2026 / 20:01 Uhr von Marcus Alert
Der Verwalter des Gutes Gollwitz, Rudolf Deißner, setzte im Jahre 1917 ein Zeichen. Gegenüber dem Dorfplatz ließ er einen riesigen Findling aufstellen. Neben einem Eisernen Kreuz ließ er in diesem vierten Kriegsjahr den Spruch „Herr bleibe bei uns“ einmeißeln. Angesichts der katastrophalen Lage an der Front und der Zahl der in diesem 1. Weltkrieg gefallenen Gollwitzern hoffte er wohl, dass der Krieg vielleicht doch noch ein gutes Ende findet. Doch am Ende kehrten elf von 80 in den Krieg gezogene Männer nicht zurück. Darunter war auch der bereits im Jahre 1915 gefallene Gutsbesitzersohn Georg von dem Hagen.
Anzeige

Beim Pflügen stießen die Mitarbeiter des Gutes auf den Findling, den der Verwalter mithilfe eines Lokomobils in die Dorfmitte schaffte und dann mit dem Spruch versehen ließ. Im Dorf galt der „Deißner-Stein“ als Kriegerdenkmal. Deshalb verzichtete man in den 1920er Jahren auf die Errichtung eines Kriegerdenkmales. Eine Tafel erinnerte in der Kirche an zehn gefallene Kirchenmitglieder. Der elfte fand keine Berücksichtigung, da er nicht der Kirche angehörte. Auch nach dem 2. Weltkrieg wurde kein Ort zum Gedenken an die nun 34 Gollwitzer Männer eingerichtet, die ihr Leben ließen.

Im Jahre 1999 beschlossen die Abgeordneten, dass der „Deißner-Stein“, der über 80 Jahre unweit der Feuerwehr stand, auf den Dorfplatz geschafft werden soll. 2005 wurde der Dorfanger dann umgestaltet, Rasen angesät, Hecken und sieben Bäume gepflanzt. Auf beide Seiten des nun auch professionell gereinigten Steines kamen etwas kleinere Findlinge. Links der, der an die Kriege 1813/1815 und 1914/1918 erinnerte, und rechts der für den 2. Weltkrieg. Alle Namen wurden durch den Steinmetz Tobias Fischer eingemeißelt. Die Kosten in Höhe von etwa 15.000 Euro kamen von der Stadt.

Bilder

Der Deißner-Stein wurde bereits im Jahre 1917 aufgestellt. Foto: Alert
Der linke Findling erinnert an die Toten der Freiheitskriege und des 1. Weltkrieges. Foto: Alert
An die 34 Toten des 2. Weltkrieges erinnert der rechte Stein. Foto: Alert
Dieser Artikel wurde bereits 3.244 mal aufgerufen.

Werbung