Während vor dem Ehrenmal für die im Zuchthaus ermordeten Antifaschisten am Tage der Befreiung am 26. April zahlreiche Kränze niedergelegt wurden, schaute wohl an diesem Tag niemand genauer hinter die riesige Klinkerwand. Dort befindet sich der Ehrenhain, wo seit 1960 weit über 100 antifaschistische Widerstandskämpfer beigesetzt wurden oder Tafeln an sie erinnern. Die zwei Reihen mit den Tafeln sind immer noch mit völlig vertrockneten Nadelbaumästen abgedeckt, obwohl doch der Winter längst vorbei ist.
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Besucher entdeckten am Wochenende den traurigen Anblick, als sie ihren Gästen den Ehrenhain zeigen wollten. Vielleicht schafft es ja das zuständige Amt für Grünflächen und Friedhöfe den Ehrenhain bis zum 8. Mai, dem Tag der Befreiung vom Nationalsozialismus, auf Vordermann zu bringen. Das Recht auf eine Beerdigung hatten übrigens ausschließlich Mitglieder der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes. An einige Opfer erinnern nur Tafeln, da sie früher starben oder an anderer Stelle beigesetzt wurden. So auch die kommunistische Abgeordnete Gertrud Piter, die am 11. September 1933 im alten Zuchthaus starb und anschließend auf dem Altstädtischen Friedhof beigesetzt wurde.