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Plauer Adlerapotheke war vorher Post- und Zollstation sowie eine Gastwirtschaft

Historisches
  • Erstellt: 08.05.2026 / 20:01 Uhr von Marcus Alert
Die einstige Adlerapotheke im Städtchen Plaue existierte von 1840 bis etwa 1970, also 130 Jahre. Das imposante Haus an der Ecke Genthiner/Kietzstraße wurde laut der Inschrift in der erhalten gebliebenen Wetterfahne im Jahre 1692 von Clemens Fischer errichtet. Da sich der repräsentative zweigeschossige Bau unweit der Plauer Brücke und auch des Schlosses befindet, hat er in den vergangenen Jahrhunderten schon immer eine ganz besondere Stellung. Schließlich führte die Verbindungsstraße von Berlin nach Magdeburg direkt an diesem Haus vorbei. Daher diente es auch schon als Zoll- und Poststation, als Ausspanne, Herberge und Gastwirtschaft.
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Nach dem 30-jährigen Krieg (1618-1648) mussten viele zerstörte Häuser neu gebaut werden. So auch dieses. Während Keller und Grundmauern älter sind, wurde das 26 Meter lange Gebäude durch den Ratsherrn und Brauer Clemens Fischer unter Verwendung der alten Ziegel neu errichtet. 1840 erfolgte durch Karl Kayser der Umbau zu einer Apotheke. Allerdings starb er bereits mit 45 Jahren.

Im Jahre 1853 erwarb Gustav Heinrich Zarnack daher die Immobilie, die er 1897 seinem Sohn Bethmann Gustav (1860-1936) übergab. Dieser fungierte als Ratsherr und war auch kommissarischer Bürgermeister. Der 1899 geborene Dr. Hans Georg Zarnack führte die Apotheke ab 1929 und somit im und nach dem 2. Weltkrieg. 1948 wurde übrigens gegen ihn wegen des Besitzes von Nazi- und Militärliteratur ermittelt.

1970 kam das Aus für die Apotheke. Die Bausubstanz war so schlecht, dass das Gebäude 1982 sogar im Bereich der Apotheke baupolizeilich gesperrt wurde. Die Wohnungen wurden dagegen noch eine Weile genutzt. Ein Jahr später verkaufte die Erbengemeinschaft Haus und Grundstück an die Stadt Brandenburg. Dann passierte lange nichts. Im Herbst 2003 erwarb schließlich der Architekt Werner Wolf die geschichtsträchtige Ruine, die allerdings unter Denkmalschutz stand. Der gebürtige Brandenburger, Sohn des Brandenburger Künstlers Gerhard Wolf (1909-1996), hatte bis zum Renteneintritt in Leipzig gelebt und gearbeitet und war dann in seine Heimatstadt zurückgekehrt.

Über zehn Jahre dauerte die Rettung des eigentlich abrissreifen Hauses, auch weil Werner Wolf vieles in Eigenleistung erledigte. Seit gut 15 Jahren erstrahlt die Fassade nun schon wieder im neuen Glanz.

Bilder

Die Adlerapotheke um 1900 noch mit der Wetterfahne. Foto: Archiv Alert
So sieht das geschichtsträchtige Gebäude heute aus. Foto: Alert
Die Adlerapotheke um 1900. Foto: Archiv Alert
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