Vor 125 Jahren, am 7. Mai 1901, starb Friedrich „Fritze“ Bollmann an Zungenkrebs. Wenig später wurde das Brandenburger Original auf dem Altstädtischen Friedhof in einem ganz normalen Reihengrab beigesetzt. Das Holzkreuz war wohl bereits in den 1930er Jahren verschwunden und damit die Erinnerung an seine letzte Ruhestätte verlorengegangen. Doch der Heimatforscher Friedrich Grasow ging mit seinem Sohn Friedrich-Karl im Jahre 1927 auf den Friedhof, wobei dieser ein Holzkreuz mitschleppte.
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Die Grabstelle von Fritze Bollmann, sie dürfte eine Laufzeit von 20 Jahren gehabt haben, war zu diesem Zeitpunkt bereits völlig ungepflegt und zugewachsen. Die beiden Grasows räumten etwas auf und stellten das Holzkreuz auf. „Ich war Mitte der 1980er Jahre noch einmal da, doch war das Grab von Fritze Bollmann nicht mehr auffindbar“, so Friedrich-Karl Grasow im Jahre 1996.
Vor 30 Jahren wurde dann im Rahmen eines ABM-Projektes nach Kriegsgräbern gesucht. Eher durch Zufall stieß Renate Hilke dabei im Zweitbelegungsbuch, das sich im Stadtarchiv befand, auf das Grab von Fritze Bollmann. Feld P, Reihe 9 und Grab Nummer 3 stand hinter seinem Namen. Das Feld P war allerdings zu diesem Zeitpunkt völlig überwuchert. Direkt an der Grabstelle konnte nicht des Barbiers gedacht werden, da dort 1944 immerhin 25 im Weltkrieg umgekommene Kinder beigesetzt worden waren.
Exakt sieben Meter entfernt wurde schließlich am 24. April 1997 im Beisein des damaligen Oberbürgermeisters Helmut Schliesing ein Fritze-Bollmann-Gedenkstein aufgestellt. Der 310 Kilogramm schwere Granitblock war ein alter Grabstein, den die Lehniner Firma Schlägel sandstrahlte und den dann der hiesige Steinmetz Peter-Uwe Sohn mit Fäustel und Meißel beschriftete. „Friedrich Bollmann 1852 – 1901“ steht in schlichten Lettern auf dem Granit.