In den letzten Tagen des 2. Weltkrieges wurde das Kriegerdenkmal auf dem Marienberg zu einem Artilleriebeobachtungspunkt umfunktioniert. Von dort wurde das Feuer von vier deutschen Geschützen in Richtung Brielow gelenkt, die auf der heutigen Hauptwiese standen. Das erkannte auch schnell die anrückende Rote Armee, die daraufhin ihre Artillerie in Richtung des Berges lenkte. Am Ende der Kämpfe war das Kriegerdenkmal weitgehend zerstört. Die Ruine wurde 1955 abgerissen. Einige Teile wurden übrigens nach der Wende auf dem Gelände des ehemaligen Bauhofes am Wiesenweg wiederentdeckt.
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Baubeginn für das Kriegerdenkmal, wo sich heute der Hochbehälter erhebt, war am 21. April 1874, nachdem am 16. Februar 1872 eine Kommission unter dem Vorsitz des Oberbürgermeisters Rudolf Hammer grünes Licht für den Bau gegeben hatte. Der Entwurf stammte vom Berliner Architekten Hubert Stier. Nach sechs Monaten war der Rohbau aus gelben Klinkern inklusive des goldenen Kreuzes im Eichenkranz auf der Spitze fertigestellt. Es dauerte dann, wegen finanzieller Probleme, allerdings noch sechs Jahre, ehe das 30 Meter hohe Denkmal am 12. August 1880 schließlich im Beisein des Kronprinzen Friedrich Wilhelm feierlich eingeweiht werden konnte. Zeitgenössische Kritiker verglichen den Turm übrigens auch mit einer holländischen Windmühle oder einem Ringofen.
Elf Tafeln aus belgischem Marmor am Fuß des Denkmals erinnerten an 3400 in den Kriegen gegen Dänemark, Österreich und Frankreich gefallene Soldaten aus der gesamten Kurmark. Anstelle einer zwölften Tafel befand sich im Erdgeschoss die aus Bronze gegossene Eingangstür. Über der Tür stand: „Die Kurmark Brandenburg dem Ehrengedächtnis ihrer in den Feldzügen 1864, 1866, 1870/71 ruhmvoll gefallenen Söhne“. Im Inneren führten 91 Stufen hinauf zur Aussichtsplattform.
Zum künstlerischen Schmuck gehörte vor den vier Eckpfeilern jeweils ein überlebensgroßes Standbild aus Sandstein: Albrecht der Bär, Kurfürst Friedrich I., der Große Kurfürst und Kaiser Wilhelm. Dazwischen befanden sich vier Reliefbilder. Die Professoren Rudolf Siemering und Alexander Calandrelli verewigten Bischof Wigger, der im Beisein von Pribislaw und Petrussa vor St. Gotthardt die Prämonstratenser empfing. Das zweite Relief zeigte den Empfang des Hohenzollern Friedrichs im Jahre 1412 vor der Freitreppe des Rathauses. Das dritte Relief erinnerte an den Empfang der vertriebenen Salzburger im Jahre 1732 in Berlin und Relief Nummer vier an die Kaiserkrönung von Wilhelm I. vom 18. Januar 1871.
Die Stände der Kurmark brachten 60.000 Mark auf und der Staat gab die gleiche Summe. Eine Sammlung ergab 40.000 Mark. Der Turm kostete knapp 80.000 Mark. Hinzu kamen 60.000 Mark für den künstlerischen Schmuck. Hinzu kamen Kosten für das Umfassungsgitter, ein Wärterhäuschen und für die Anlegung von Wegen und den gärtnerischen Schmuck.