Schon seit 1918 existiert in der Steinstraße 19/20 ein Kino. Bereits 1877 gab es dort jedoch schon das von Julius Haberland begründete Concert-Haus als Konzert-, Ball- und Tanz-Etablissiment. Da wurde der große Saal noch für Konzerte und Tanzveranstaltungen genutzt. Daneben gab es Bier- und Weinstuben. Inhaber war Gustav Möhring. Im Jahre 1917 erwarb Klaus Winkler die gesamte Immobilie und wandelte sie zu einem Lichtspieltheater um. Dazu gehörte auch die Konzerthaus-Klause. Im Jahre 1928 baute Winkler das Haus erneut um.
Anzeige
Der riesige Zuschauerraum bestach nun durch harmonische Farbtöne. Gekrönt war der Saal mit einer riesigen Goldmuschel, aus der sich ein großer Kronleuchter heraushob. Mit nun etwas über 1000 Plätzen war es das mit Abstand größte Kino der Region. Allerdings gab es auch Konkurrenz, existierten 1920 neben dem Concert-Haus auch noch die Kammer-Lichtspiele, das Union-Theater, der Viktoria-Lichtspiel-Palast und das Altstädtische Lichtspielhaus.
Im Wiedereröffnungsprogramm am 1. September 1928 traten Else Knebel und der Bariton Eduard Habisch von der Staatsoper Berlin auf, gefolgt vom „Silvana-Ballett". Als Hauptfilm wurde die deutsche Stummfilmkomödie „Eva in Seide“ gezeigt. 1939 starb Klaus Winkler, fiel das Haus danach an seine Erben. 1976 wurde das unter Denkmalschutz stehende Kino letztmalig vor der Wende saniert. Wie alle anderen Kinos in der DDR wurde auch das Konzerthaus Kino durch den Progress mit Filmen beliefert.
Die Treuhand verpachtete nach der Wende die Konzerthaus-Lichtspiele im Jahre 1991 an die Fuchs Filmtheater KG. Der Vertrag wurde wenig später jedoch rückabgewickelt. Ab Oktober 1995 wurde das Haus mit einem Investitionsvolumen von sieben Millionen Mark durch die Novum-Filmtheaterbetriebsgesellschaft mbH zu einem modernen Kino-Center mit nunmehr fünf Sälen umgebaut. Der alte Kinosaal mit 1031 Plätzen verschwand dabei vollständig. Dafür wurden die Häuser Steinstraße 19 und 20 denkmalgerecht saniert. Zur Eröffnung des Kinos am 22. Februar 1997 wurde das Kino-Highlight „Independance Day“ gezeigt. Als der Betreiber Novum im Jahre 2008 Konkurs anmeldete, übernahm die K-Motion GmbH&Co.KG aus Hamburg.