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„Brandheiß – Gelöscht wird später!“: Die Comödie Dresden gastiert in der Johanniskirche

Aus der Stadt
  • Erstellt: 06.06.2026 / 10:01 Uhr von rb
Für die Feuerwehr von Drottelfeld könnte es kaum schlimmer kommen. Aufgrund der zu wenigen Mitglieder droht die Schließung der Ortswehr und der Anschluss an die verhassten Ortsnachbarn von Knülldorf und dann passiert den beiden Kameraden Claas und Klaus noch ein richtig dickes Missgeschick. Auf ihrer Tour zum Waschen ihres Löschfahrzeuges brennt genau dieses ab. Jetzt stehen sie ohne Einsatzfahrzeug da. Darauf folgt prompt die nächste Hiobsbotschaft: Geld für ein neues Fahrzeug ist nicht da. Jetzt müssen gute Ideen her, um die Ortswehr zu retten. Die Frage ist aber: Wie?
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Die Komödie „Brandheiß – Gelöscht wird später!“ von Jette Findeisen nimmt die prekäre Situation zahlreicher Feuerwehren in ganz Deutschland mit viel Humor aufs Korn, ohne dabei die Ernsthaftigkeit der Probleme in der Mitgliedergewinnung oder auch Einsatzbereitschaft der Wehren ins Lächerliche zu ziehen, denn das Thema ist viel zu ernst. Ob die Herangehensweise der Drottelfelder Kameraden sich auf das echte Leben projizieren lässt, dürfte ein schöner Traum sein.

Ohne Einsatzfahrzeug und Mitglieder stehen die beiden Freunde Claas Klausen, dargestellt von Florian Wilke, und Klaus Claasen, alias Michael Jäger, mit ihrem Ortswehrführer Hans Hansen, gespielt von Thomas Böttcher, vor der Frage, wie sie ihre Wehr retten können. Zumal auch vom Ortsbürgermeister plötzlich ein Einschreiben hereinflattert, in dem die Auflösung der Ortswehr angeordnet wird. Da kommt ganz zufällig Hansens Tochter Annika, gespielt von Jenny Kippel, nicht ganz freiwillig zu Hilfe.

Annika lebt seit zwei Jahren in Hamburg und hat nach nur drei Monaten, den von ihrem Vater organisierten guten Beamtenjob geschmissen, um als Poledancerin auf St. Pauli richtig viel Geld zu verdienen. Davon weiß Papa Hans natürlich nichts, doch schnell fliegt das Geheimnis auf, als Annika beim heimlichen Training in der Feuerhalle erwischt wird. Von nun an entwickeln sich die ersten Ideen, wie man die Wehr retten kann. Es muss was Tolles her, ein Kalender, Postkarten oder was noch Besseres.

Das ist dringend nötig, denn die 700 Euro aus der Sammelbox vom letzten Osterfeuer gingen an ein irrtümlich im Internet gekauftes Feuerwehrauto, das sich als großes Spielzeug herausstellte. Aber warum sollen die Männer nicht an der Stange tanzen und eine Show auf die Beine stellen? Zumal sich der schöne Ben Weber, alias Dominik Penschek, von den verhassten Knülldorfern, in Annika verguckt hat und so langsam an den Drottelsfeldern Gefallen findet.

Gesagt, getan und fleißig trainiert, Fotoshooting inklusive. Dann kommt die Show und beide Dörfer sind eingeladen. Die Kameraden legen sich kräftig ins Zeug, lassen die Hüllen schwingen und erklimmen die Polestange. So kommt es natürlich zum Happy End, das auch für Ben, der natürlich seine Annika bekommt. Dabei lösen Claas und Klaus auch noch ein kurzfristiges Problem, denn ihnen fehlt bei einem Auftritt die Frau. Die holen sie sich aus dem Publikum. Nicht nur das sorgt für tosenden Applaus in der Johanniskirche, sondern viele Szenen, die mit humoristischem Blick den Finger in die Wunde legen. So gibt es auch eine kurze, ernst gemeinte Ansprache, die Feuerwehren im eigenen Ort zu unterstützen, denn am Ende sind wir es, die sie im Notfall brauchen.

Besonders eindrucksvoll waren die Darbietungen an der Polestange in ihrer Professionalität zu sehen. Wie Schauspielerin Jenny Kippel im Anschluss verriet, gibt es zwischen ihr und der dargestellten Annika sogar Parallelen, denn auch sie hat einst mit dem Poledance als Hobby begonnen und macht das inzwischen professionell, in den Stücken, wo das von Theatern verlangt wird. „Tatsächlich wurde das Stück auch so geschrieben, dass da Poledance mit drin sein soll. Da wurden natürlich Schauspielerinnen gesucht, die das auch können. Die Jungs mussten das auch etwas trainieren“, sagte Jenny Kippel dazu.

Die Inszenierung der Comödie Dresden wird vom Event-Theater Brandenburg noch heute und am kommenden Wochenende in der Johanniskirche präsentiert. Veranstaltungsbeginn ist jeweils 20 Uhr und es gibt bestimmt auch noch an der Abendkasse Eintrittskarten.

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