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Plauer Sprachinstitut bildete Botschafter, Dolmetscher und Entwicklungshelfer aus

Historisches
  • Erstellt: 06.06.2026 / 20:01 Uhr von Marcus Alert
Legenden rankten sich in den DDR-Jahren um das Plauer Schloss. Agenten sollten dort ausgebildet worden sein. Dem war nicht so. Im am 25. Oktober 1966 eröffneten Institut für Sprachintensivausbildung wurden stattdessen Fachleute für den Einsatz in Entwicklungsländern sprachlich vorbereitet. Hinzu kamen aber auch Kultur-, Militär- und Handelsattachés für die Botschaften im Ausland. Vor allem die Sprachen Englisch, Französisch und Russisch standen im Lehrplan. Hinzu kamen Spanisch, Portugiesisch, Polnisch, Bulgarisch und Tschechisch.
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Nach Plünderung und Besetzung durch die Rote Armee fungierte das Schloss als Verwaltungs- und Luftschutzschule. 1966 übernahm das Staatssekretariat für das Hoch- und Fachschulwesen. Hintergrund war, dass der Fremdsprachenunterricht an den Universitäten und Hochschulen eher mangelhaft war. Doch die DDR benötigte Männer und Frauen, die sich auf internationalem Parkett bewegen konnten.

Die Eröffnung im umgebauten Schloss fand am 26. Oktober 1966 statt. Wenige Tage später wurde Professor Dr. Siegfried Kohls zum Direktor berufen. Die Kurse dauerten mehrere Monate. Für die internatsmäßige Unterbringung standen 116 Betten in gut 40 Zimmern zur Verfügung, die mit Lautsprechern ausgestattet waren, um so auch beim Einschlafen die jeweilige Sprache zu hören. Toiletten und Gemeinschaftsduschen befanden sich auf dem Flur. Hinzu kamen 15 Seminarräume für acht bis zehn Leute. Zuletzt gab es auch ein Sprach- und ein Computerkabinett.

Das Personal des Instituts bestand aus etwa 75 Personen, darunter Pädagogen, Köche, Pförtner, Techniker oder auch Gärtner. Mitte der 1970er Jahre wurde das Institut dem Außenministerium zugeordnet. Anfang Juni 1979 erhielt das Institut den Namen „Paul Markowski“. Der Leiter der Abteilung Internationale Verbindungen im ZK der SED war im März 1978 bei einem Hubschrauberabsturz in Libyen ums Leben gekommen.

Botschaftsangehörige wurden hier genauso ausgebildet wie Dolmetscher oder auch befreundete Ausländer. Aber auch Personal aus den DDR-Interhotels wurde in Brandenburg-Plaue geschult. Ab 1991 drückten dann hier Fremdsprachenlehrer und Asylbewerber die Schulbank. Am 31. März 1993 schloss das Bildungsministerium dann jedoch das Institut.

Bilder

Das Plauer Schloss war bis zur Wende Sitz eines Sprachintensiv-Instituts. Foto: Alert
Blick in das Innere der damaligen Schule. Foto: Archiv Alert
So sah es im Inneren vor 1945 aus. Foto: Archiv Alert
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