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DRK baut Autismus-Kompetenzzentrum auf: "Hinter jedem Verhalten steckt ein Mensch"

Stadtgeschehen
  • Erstellt: 06.06.2026 / 11:01 Uhr von Hanna-Viktoria Fritsch
Manchmal reicht es, einfach nur da zu sein. Keinen Vortrag halten, keine Diagnose erklären, kein Mitleid ertragen. Genau diesen Raum will die Eingliederungshilfe des DRK-Kreisverbandes Brandenburg an der Havel schaffen. Stefanie DiModica, Fachkraft für autismusspezifische Frühförderung, baut dort seit zwei Monaten ein Autismus-Kompetenzzentrum auf. Die erste Säule des neuen Angebots ist das Elterncafé. Einmal im Monat, jeden letzten Mittwoch, soll es in der Grünen Aue einen Ort geben, an dem Eltern und Angehörige von autistischen Kindern einfach ankommen können. Ohne Programm, ohne Moderation, ohne Erwartung.
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"Ich möchte wirklich einen Ort bieten, wo man einfach kommen darf, einfach da sein kann, sich austauschen kann, wenn man das möchte, einen Kaffee trinken mit Gleichgesinnten", erklärt DiModica. Kinder kommen nicht mit. Das ist Absicht, denn wer sein Kind dabei hat, ist schnell abgelenkt. "Ich möchte einfach, dass man als Eltern hinkommen kann und sagen kann: So, jetzt setze ich mich hin. Ich kann auch mal weinen".

Ergänzt wird das Cafè durch den AutismusDialog, ein monatliches Format an Samstagen mit Input, Austausch und konkreten Themen. Der Dialog richtet sich bewusst an einen breiten Kreis: Eltern und Angehörige, aber auch Fachkräfte aus Kitas, Schulen und Institutionen, Menschen, die im Freundeskreis jemanden mit Autismus haben, und ausdrücklich auch Menschen, die selbst im Spektrum sind. Langfristig sollen genau sie dort selbst zu Wort kommen und über ihre eigene Perspektive sprechen. "Wir können ganz viel Theorie erzählen, aber man muss es verstehen und fühlen können", sagt DiModica. Von Juli bis Dezember stehen Themen wie Reizüberflutung, Meltdown und die Frage auf dem Programm, was autistische Kinder in Beziehungen wirklich brauchen. Dafür wird ein Unkostenbeitrag von 29,99 Euro erhoben.

Beiden Formaten liegt dieselbe Grundüberzeugung zugrunde. "Verhalten ist immer Kommunikation", sagt DiModica. "Was man sieht, ist immer das letzte Glied einer Kette." Wer nur das sichtbare Verhalten eines Kindes bewertet, verpasst alles, was davor passiert ist. Diesen Blick zu weiten, das ist der Kern der Arbeit im neuen Kompetenzzentrum. Und das gilt nicht nur für Fachkräfte, sondern auch für Eltern, die täglich für ihr Kind kämpfen, Bücher wälzen und als erste merken, dass etwas anders ist. "Eltern geben ihr Bestes für ihre Kinder. Und die Eltern sind die Experten für ihre Kinder", sagt DiModica.

Das Kompetenzzentrum soll langfristig noch mehr werden: eine autismusspezifische Frühförderstelle, Weiterbildungen für Fachkräfte, Beratung für Kitas und Schulen. Vieles davon ist noch in der Konzeptphase, einiges liegt bereits beim Amt. Den Anfang aber machen die Menschen.

Wer Fragen hat oder Kontakt aufnehmen möchte, erreicht Stefanie DiModica unter [s.dimodica@drk-brandenburg-havel.de] oder telefonisch unter 0176 15467030.

Bilder

Quelle: DRK
Stefanie DiModica, Foto: hvf
Quelle: DRK
Quelle: DRK
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