In den Jahren 1953 bis 1956 saßen in der Strafvollzugsanstalt Brandenburg-Görden auch etwa 120 Frauen ein. Sie stammten ursprünglich aus dem sowjetischen Speziallager Sachsenhausen und waren nach dessen Auflösung nach Hoheneck gekommen. Als es im erzgebirgischen Hoheneck im Oktober 1953 zu einem dreitägigen Hungerstreik kam, wurden diese Frauen als Rädelsführerinnen ausgemacht und nach Brandenburg verlegt. Die Geschichte vier dieser Frauen wird in der Wanderausstellung „frauenHAFT“ in der Gedenkstätte Zuchthaus Brandenburg in der Anton-Saefkow-Allee erzählt.
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Es waren 1119 Frauen, die nach der Auflösung des Speziallagers am 11. Februar 1950 in die zuvor komplett geräumte und durch die DDR betriebene Haftanstalt Hoheneck kamen. Alle waren nach 1945 durch ein sowjetisches Militärtribunal zu langen Haftstrafen verurteilt worden. Darunter war eine KZ-Aufseherin, die eine Gefangene zu Tode geprügelt hatte, eine Frau, die aus Liebe einem Rotarmisten bei der Fahnenflucht geholfen hatte und auch eine Frau, die verbotener Weise sowjetischen Soldaten selbstgebrannten Schnaps ausgeschenkt hatte. Einer war daran gestorben.
„Die häufigste Anklage war jedoch Spionage“, verrät die Historikerin Katharina Gräb, die sich gut ein Jahr lang mit den Schicksalen von zwölf Frauen beschäftigt hat, die damals von Sachsenhausen nach Hoheneck verlegt worden waren. Anfang 1950 wurden die letzten drei der einst zehn Speziallager geräumt. Betrieben wurden sie ausschließlich durch sowjetisches Personal. In den ersten Jahren gab es noch viele Todesurteile oder man kam in ein sowjetisches Zwangsarbeitslager (Gulag). Katharina Gräb schätzt, dass unter den Verurteilten etwa zwölf Prozent Frauen waren. Ihre Haftgeschichten zu erforschen ist weitgehend Neuland, ging es bisher zumeist um die Männer.
Eine Besonderheit ist, dass Anfang der 1950er Jahre mindestens 25 Kinder in Hoheneck geboren wurden. Die kamen entweder in Heime oder zu Verwandten. Die Ausstellung „frauenHAFT“ ist in der Garage der Gedenkstätte zu finden. Wegen des begrenzten Platzes sind nur vier der zwölf erforschten Schicksale dargestellt. Öffnungszeiten sind immer donnerstags und freitags von 13 bis 17 Uhr sowie samstags und sonntags von 10 bis 17 Uhr. Die Ausstellung endet am 9. August.