425 Artikel musste der in Brandenburg beheimatete Verein Pro Kids Gambia für den Zoll auflisten. Das war noch recht einfach. Doch am Sonnabend musste dann alles in einen Übersee-Container verladen werden. Schon um 8 Uhr wurde die Ende vorigen Jahres geschlossene Bäckerei Rettig weitgehend ausgeräumt, wanderten Maschinen und Regale in den Container, der sich am 26. Juni an Bord eines Schiffes auf den Weg nach Gambia machen wird.
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„Er wird wohl bis zu sechs Wochen unterwegs sein“, weiß der Vereinsvorsitzende Mario Rathmann. Ab 10 Uhr griffen dann zwei Dutzend Helfer zu, um über das Jahr gesammelte Gegenstände aus einer angemieteten Garage in den Container zu schaffen. Dort waren überwiegend Bananenkisten eingelagert. „Die kommen von den Vereinsmitgliedern, von Pateneltern und Freunden“, verrät Vorstandsmitglied Susanne Rathmann. Die Oberschule Nord steuerte beispielsweise 356 Paar Schuhe bei.
Jährlich schickt der Verein einen Container nach Gambia. In den Kisten waren Brillen für eine Augenklinik, Nudeln, Nutella oder auch Hygieneartikeln. Neben Nähmaschinen, einem Kühlschrank, Autoreifen, Möbel oder einem Solarmodul mussten auch gut 40 Fahrräder in den Container gehievt werden. Auch Schultafeln waren wieder mit dabei. Schließlich unterstützt der Verein die Smart Kids Academy in Sanchi Muttel.
Der nur 100 Einwohner zählende Ort liegt im sehr armen Norden des Landes. Seit 2017 entstanden dort in Regie des Vereins drei Gebäude mit Klassenräumen, eine Schulküche, ein Brunnen, Toiletten und ein Schulgarten. Ein Sponsor ließ zudem eine Solaranlage auf das Dach der Schule installieren. Nicht ganz unwichtig, da die nächste Steckdose Dutzende Kilometer entfernt ist.
Der im Jahr 2000 gegründete Verein, der 130 Mitglieder zählt, vermittelt jedoch vor allem Patenschaften von Kindergarten- und Schulkindern. 50 Euro sind für ein Grundschulkind, 75 Euro für Schüler der Klassen sieben bis neun sowie 130 Euro für die Kosten des Abiturs nötig. Und das pro Jahr. Ein Teil des Geldes deckt die Schulkosten.
Finanziert werden durch die Spenden aber auch zwei Schuluniformen pro Kind sowie die schulische Grundausstattung. Von dem Schulgeld werden wiederum die Lehrer bezahlt, die allerdings nur zwischen 100 und 130 Euro im Monat verdienen. Die 350 Kindergarten- und Schulkinder müssen morgens aus ihren Dörfern mehrere Kilometer zum Teil zu Fuß zurücklegen, um zur Schule zu gelangen. Staatliche Mittel gibt es keine.
Mite September wurd sich wieder eine siebenköpfige Delegation auf den Weg nach Gambia machen. Dabei soll auch geschaut werden, womit man den Container nächstes Jahr füllen sollte. Eine Kontaktaufnahme zum Verein ist unter [info@prokids-gambia.eu] möglich.