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Excelsior produzierte ab 1907 in der Wilhelmsdorfer Landstraße Fahr- und Motorräder

Historisches
  • Erstellt: 17.06.2026 / 20:01 Uhr von Marcus Alert
An historischer Stätte sollen in den nächsten Jahren über 200 neue Wohnungen entstehen. Die NP Projektentwicklung GmbH aus Mölln will das einstige Excelsior-Gelände an der Wilhelmsdorfer Landstraße bebauen. Im Jahre 1907 hatte die Excelsior-Fahrrad-Werke Gebrüder Conrad & Patz AG am Rande der Stadt das 35.000 Quadratmeter große Grundstück bebaut. In der modernen Fabrik wurden in der Folgezeit jährlich um die 50.000 Fahrräder hergestellt. Architektonisches Aushängeschild von Excelsior war das repräsentative Kontorgebäude, das heute unter Denkmalschutz steht.
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Die drei Brüder Paul, Richard und Gustav hatten am 16. Juli 1896 die Firma Excelsior gegründet. In angemieteten Räumlichkeiten in der Kleinen Münzenstraße und am Molkenmarkt wurden Fahrräder produziert. Schon nach einem Jahr schied zwar Richard Conrad aus, aber zuvor war der Kaufmann Franz Patz in die Firma eingetreten. Im Herbst 1903 erfolgte der Umzug in die Wredowstraße 10 (später Konsü). Dort hatten zuvor die Kondor-Fahrradwerke produziert. Im Jahre 1901 musste Condor jedoch Konkurs anmelden. Als Gustav Conrad 1904 starb, hatten nun nur noch Franz Patz und Paul Conrad bei Excelsior das Sagen.

Da man räumlich immer wieder an Grenzen stieß, wandelten die beiden Männer 1906 ihr Unternehmen in eine Aktiengesellschaft um. Dadurch kamen sie an das nötige Geld, um das neue Werk zu errichten. Die ebenerdig angelegten Werkhallen verfügten über Dächer in Formen von verglasten Sägezähnen. Damit erreichte man eine bessere Durchlüftung und einen natürlichen Lichteinfall. Ein Heizkraftwerk sorgte für Wärme und Energie. Und das Werk verfügte auch über eigene Gleisanschlüsse. 1927 beschäftigte die AG immerhin 1500 Mitarbeiter.

Mehrere Versuche, auch Motorräder herzustellen, scheiterten nach kurzer Zeit. Die Wirtschaftskrise erfasste auch Excelsior. Die AG musste im September 1931 in die Liquidation und Ende März 1932 die Produktion einstellen. 1933 ging die Firma als “Brandenburger Fahrrad- und Motorrad-Werke Excelsior GmbH” wieder an den Start. Dagmar Hensel, die Tochter von Franz Patz, war nun Haupteigentümerin. Ab 1938 stieg Excelsior in die Kriegsproduktion ein.

Das Fabrikgelände überstand den 2. Weltkrieg unbeschadet. Das Werk wurde nun volkseigen. In den DDR-Jahren residierten hier die Bau-Union und bis zur Wende das BMK Ost. Nach der Wende übernahm 1992 die Wiener ISB Universale Bau GmbH die Immobilie. 2014 wurden die meisten Hallen abgerissen.

Bilder

Die Excelsior-Werke wurden ab 1907 an der Wilhelmsdorfer Landstraße errichtet. Foto: Archiv Alert
Blick auf die alten Excelsior-Werkhallen. Foto: Archiv Alert
Excelsior warb natürlich auch für seine Produkte. Foto: Alert
Besonders begehrt bei Sammlern sind die Motorräder von Excelsior. Foto: Alert
Die ISB universale Bau GmbH restaurierte gleich nach der Wende das Verwaltungsgebäude. Foto: Alert
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