Am 5. Juli steigt an der Seegartenbrücke ein Brückenfest. Begangen werden soll, dass 110 Jahre zuvor, 1917, die Werkamtsbrücke fertiggestellt worden war. Die hieß im Volksmund auch, wegen der Pulverfabrik, schlicht und einfach Pulverbrücke. Am 4. Mai 1945 wurde die Brücke durch die Wehrmacht an zwei Stellen gesprengt. 1947, also vor 80 Jahren, entstand erst einmal eine Fußgängernotbrücke. 1951 bis Ende 1953 erfolgte der Wiederaufbau der zerstörten Brücke, wobei man die alten Brückenelemente wiederverwendete. Die Brücke erhielt zur Einweihung am 18. Dezember 1953 den Namen Rosa-Luxemburg-Brücke. Nach Abschluss der Arbeiten konnte auch die Straßenbahn wieder passieren.
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Jahrelang wurde nach der Wende über einen Neubau der maroden Brücke diskutiert. Ab dem 17. Mai 2005 wurde dann eine völlig neue Fachwerkbrücke errichtet. Für sechs Wochen war der Übergang überhaupt nicht möglich. Ab März 2006 sorgte die 14 Meter lange Barkasse "Lotti" dafür, dass zumindest Radfahrer und Fußgänger von der Nordspitze der Halbinsel Kirchmöser über den Wendsee nach Plaue und umgekehrt kamen. Am 31. August 2006 wurde die Seegartenbrücke dann eingeweiht.
Um 1650 ließ Christoph von Görne, Herr auf Plaue, eine Fußgängerbrücke von Plaue nach Kirchmöser bauen. Der Holzkonstruktion war kein langes Leben bestimmt. Statt eine neue Brücke zu bauen, wurde danach ein Fährbetrieb eingerichtet. Um 1845 erwarb Ziegelmeister Michaelis die Fährstelle und das Fährhaus. Knapp 20 Jahre später verkaufte er beides an die Plauer Gutsherrschaft weiter. Im Frühjahr 1904 forderte die Behörde wegen der Behinderung der Schifffahrt die Einstellung des Fährbetriebes.
Bei einem Vor-Ort-Termin Ende April 1904 konnte der Graf von Koenigsmarck jedoch alle Bedenken zerstreuen. Nur zehn Jahre später ging die Behörde erneut gegen die Fähre vor. Am 1. April 1914 wurde der Betrieb eingestellt. Jedoch nicht für lange. Denn mit dem Bau der Pulverfabrik ab 1915 stieg die Nachfrage enorm an. Ein Dampfer schipperte nun zwischen den beiden Ufern hin und her. 1916 wurde mit dem Bau einer massiven Brücke begonnen, die 1917 fertiggestellt wurde. Die genietete Stahlfachwerkkonstruktion war 180 Meter lang und 11,50 Meter breit.