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Gertrud Piter ist in Brandenburg an verschiedenen Orten bis heute präsent

Historisches
  • Erstellt: 10.07.2026 / 20:01 Uhr von Marcus Alert
In der Nachwende-Zeit verschwanden Straßennamen und Skulpturen von Kommunisten fast komplett aus dem Stadtbild. Nicht angerührt wurde jedoch Gertrud Piter. An die 1933 ermordete Kommunistin erinnern nicht nur ein Platz, sondern auch zwei Tafeln. Zum einen an ihrem einstigen Wohnhaus in der Mühlentorstraße 15 und zum anderen am ehemaligen Zuchthaus-Gebäude am Nicolaiplatz. Im Ehrenhain auf dem Marienberg teilt sie sich eine Tafel mit ihrer Schwester Martha und dann gibt es ja noch ihr Grabmal auf dem Altstädtischen Friedhof. Und bis 2013 trug die Kita in der Krüger-Villa in der Neuendorfer Straße ihren Namen. Dann wurde die Kita jedoch geschlossen.
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Der im Jahre 1899 in Brielow geborenen Bauerntochter war das gewaltsame Ende sicherlich nicht vorgezeichnet. Fast ohne Schulbildung wurde sie bereits mit 14 Jahren Hausmädchen bei einem Bauern. Danach arbeitete sie in verschiedenen Brandenburger Betrieben. Früh trat sie der Gewerkschaft bei und aus der katholischen Kirche aus, wurde Mitglied der KPD und des Roten Frauen- und Mädchenbundes. Und sie schaffte es sogar in die Brandenburger Stadtverordnetenversammlung.

Doch mit der Machtergreifung Hitlers änderte sich alles. Sie wurde wegen ihrer Partei-Zugehörigkeit sofort entlassen, verlor ihr SVV-Mandat und musste untertauchen. Ein Spitzel verriet jedoch die im Untergrund arbeitende Unterbezirksleitung der KPD. 45 Mitglieder wurden am 11. September 1933 verhaftet. Darunter war auch die zu diesem Zeitpunkt 34-jährige Gertrud Piter. Sie kam ins städtische Polizeigefängnis, wo sie zehn Tage lang verhört und gefoltert wurde. Wahrscheinlich schon fast tot wurde sie am 21. September in das erst im Mai dieses Jahres eingerichtete Konzentrationslager in der Neuendorfer Straße verlegt. Dort hatten SS-Männer das Kommando.

Die Verlegung geschah offensichtlich weitgehend heimlich, da es keine Zeugen gab, die sie dort damals sahen. In den überlieferten Briefen der damaligen Insassen ist keine Frau erwähnt. Und sie war schließlich die erste Frau, die dort eingesperrt wurde. Am nächsten Tag war sie bereits tot. Sie wurde erhängt in ihrer Zelle aufgefunden. Zuvor soll sie misshandelt und vergewaltigt worden sein. Ob sie sich selber das Leben nahm oder ob man so die Misshandlungen verschleiern wollte, ist offen. Unter strengen Sicherheitsvorkehrungen wurde sie auf dem Altstädtischen Friedhof beigesetzt.

Bilder

Auch der Gertrud-Piter-Platz rechts und links von der Magdeburger Straße erinnert an die Kommunistin. Foto: Alert
2 So sah die 1933 ermordete Gertrud Piter aus. Foto: Archiv Alert
Am ehemaligen KZ-Gebäude erinnert eine Tafel an die Ermordung von Gertrud Piter. Foto: Alert
Auch an ihrem Wohnhaus wurde in DDR-Jahren eine Gedenktafel angeschraubt. Foto: Alert
Eine Tafel im Ehrenhain erinnert an sie und ihre Schwester Martha. Foto: Alert
Das Gertrud-Piter-Grab auf dem Altstädtischen Friedhof. Foto: Alert
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