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Sie restaurierten auch die Orgel und bauten sie am neuen Standort auf. Bis die Orgel sich wieder in all ihrer Pracht zeigen und erklingen konnte, war es zwar ein kurzer, aber doch recht intensiver Weg. Daran erinnerte sich Pfarrer Rainer Schmidt, Theologischer Vorstand der Diakonie Michaelshoven, in seinem Grußwort noch ganz genau. „Ich bin 2023 im April theologischer Vorstand der Diakonie Michaelshoven geworden und im Übergang habe ich meine Vorgängerin mehrfach getroffen. Sie hat mir gesagt, welche Projekte in Gange sind, welche Netzwerke bespielt werden müssen“, berichtete er.
Bei seinem letzten Termin mit ihr, habe sie davon gesprochen, dass sie eins bislang nicht vollenden konnte. Damit meinte sie den Verkauf der Orgel. Für Rainer Schmidt stellte sich die Frage, warum die Orgel verkauft werden müsse. Sie ist 2023 errichtet worden. Als 2025 seine Kirche mit der Nachbargemeinde in seinem Stadtteil fusionierte, fanden keine regelmäßigen Gottesdienste mehr in dieser Kirche statt. Der Ort war kalt, er wurde hin und wieder aufgeheizt. Das alles hat aber der Orgel nicht gutgetan.
Ein Bonner Orgelbauer sagte ihm sehr schnell, dass an der Orgel zu viele klimatisch bedingte Schäden waren. Wenn sie weiter herumstehen würde, dann wäre sie zwar sehr schön, aber eine Orgel ist kein Bild, sondern ein Instrument, die muss gespielt werden. Dafür müsste sie aber restauriert werden und das ist teuer. Dann erhielt er deutlich später einen Anruf von Gerhard Oppelt. „Er hätte von unserer Orgel gehört und wisse, welche Orgel es ist und würde sie gerne kaufen. Er würde sie sich gerne aber erst einmal ansehen, anhören und spielen“, erzählt der Pfarrer.
Bei einem Termin in Michaelshoven sagte Gerhard Oppelt, dass er sie kaufen will. „Ich sagte ja, das ist eine gute Idee. Wie viel Geld haben Sie denn schon?“, war Schmidts Frage, worauf Oppelt ihm geantwortet haben soll, er werde schon genug zusammenkratzen.
„Da war ich ein bisschen kritisch und dachte, das könnte eine windige Sache werden. Dann aber begann eine Geschichte von Liebe und Leidenschaft. Ich habe gemerkt, dass Herr Oppelt gebrannt hat. Er ist dann mit Frau Wisch noch einmal zu uns gekommen und er hat erzählt: Die Menschen wünschen sich so sehr dieses Instrument und wir haben so viele Stiftungen und das Land und wir werden alles in Bewegung setzen“, erinnerte sich Schmidt. Nach Rücksprache mit seinem kaufmännischen Kollegen war man sich einig, dieses kleine Risiko einzugehen.
So nahm die Geschichte des Umzuges ihren Lauf und gleich wurde eine Bedingung mitgegeben. Für die Michaelshovener musste zum 75. Jubiläum der Diakonie am 17. Januar 2025 die Orgel weg sein. So wurde die Orgel auseinandergebaut und alles dokumentiert und machte sich auf den Weg nach Lehnin, wo sie innerhalb von drei Monaten wieder aufgebaut wurde. Im Beisein zahlreicher Gäste erklang sie dann und wird von nun an die Klosterkirche Lehnin bereichern.
Insgesamt kostet das Projekt rund 400.000 Euro und es wird immer noch nach Spendern gesucht. Allein 90.000 Euro steuerte das Land als Fördermittel bei und zur Einweihung brachte Pfarrer Matthias Blume, Theologischer Vorstand des Evangelischen Diakonissenhauses Berlin-Teltow-Lehnin, noch einmal eine Spende von 5.000 Euro mit.