Die Situation für Radfahrer in Neuschmerzke wird zunehmend kritischer: Auf der Berliner Straße wird ein eigentlich freigegebener Gehweg zur Gefahrenzone. Betroffene schlagen Alarm und fordern dringend Maßnahmen von der Stadt. „Der Bürgersteig ist gesät von Einfahrten, uneben und teilweise nur 60 Zentimeter breit“, schildert Heike Hase gegenüber Meetingpoint die Lage. Ein Begegnungsverkehr sei faktisch ausgeschlossen: „Es ist unmöglich, dass zwei Fahrräder aneinander vorbeifahren oder Fußgänger und Radfahrer gleichzeitig den Weg benutzen können. Dies führt zu einer unerträglichen Situation.“ Besonders betroffen seien auch ältere Menschen. „Alte Menschen mit Rollator können sich dort kaum fortbewegen.“
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Die Strecke ist keine Nebenroute: Gerade in den Sommermonaten dient sie als Zubringer zum Havelradweg und wird stark frequentiert. Gleichzeitig verschärfen Grundstücksausfahrten die Situation. „Anwohner müssen sich mit ihren Fahrzeugen quer über den Fußweg stellen, um überhaupt Einsicht in die Straße zu bekommen“, so Heike Hase. Für Radfahrer entstünden dadurch „täglich wiederkehrende Gefahrenlagen.“
Hinzu kommt ein grundlegendes Missverständnis im Straßenverkehr: Obwohl Radfahrer die Fahrbahn nutzen dürfen, werden sie dort häufig bedrängt. Heike Hase erklärt: "Die Straße darf als Fahrbahn auch von Radfahrern genutzt werden. Allerdings ist es so, dass bei Nutzung der Straße Autofahrer meinen, Radfahrer müssten den Bürgersteig befahren und bringen durch oberlehrerhafte Verkehrsmanöver ihren Unmut zum Ausdruck. Durch dichtes Ranfahren oder Überholen und Ausbremsen belehren sie Radfahrer, die die Straße nutzen, dass diese doch den Bürgersteig nutzen müssen, weil er für Radfahrer freigegeben ist."
Wie konkret die Gefahr ist, zeigt ein aktueller Vorfall. Birgit Schiller berichtet: „Am 24. Juni hatte ich genau an der beschriebenen Stelle einen Unfall. Ein Rennradfahrer kam mir in falsche Richtung und zu schnell entgegen und fuhr in mein Fahrrad.“ Nur durch Glück sei Schlimmeres verhindert worden.
Zusätzliche Probleme verschärfen die Lage weiter: rutschiger Sandbelag, stärkerer Bewuchs und extreme Verengungen. „Kurz vor der Ampelkreuzung ist der Weg stellenweise nur noch etwa 40 Zentimeter breit“, so die Kritik.
Die Forderungen an die Stadt sind klar: Statt einer faktisch unbenutzbaren Gehwegfreigabe braucht es sichtbare Lösungen auf der Fahrbahn. „Durch Markierungen sollte deutlich gemacht werden, dass Radfahrer die Straße nutzen dürfen“, heißt es. Als Vorbild nennt Heike Hase andere Straßen im Stadtgebiet, etwa die Bauhofstraße oder die Große Gartenstraße.
Heike Hase betont: "In jedem Fall sollte bereits jetzt so schnell wie möglich deutlich gemacht werden, dass Fahrradfahrer auch die Fahrbahn nutzen dürfen und Autofahrer entsprechend Rücksicht zu nehmen haben. Dies würde insgesamt auch zu einer Verkehrsberuhigung innerhalb des Ortsteiles Neuschmerzke im Bereich der Berliner Straße führen, der einer extremen Verkehrsbelastung ausgesetzt ist. Denkbar wäre sogar, dort eine 30er Zone einzurichten, wie dies in vielen Bereichen in Hohenstücken und anderen Ortsteilen der Fall ist. Wir bitten daher dringend darum, die Verkehrssicherheit in diesem Bereich des Stadtgebietes Berliner Straße sicherzustellen."
Bislang blieb laut der beiden Betroffenen eine Reaktion der Stadt auf entsprechende Hinweise aus. Meetingpoint bleibt dran an dem Thema und hakt nach.