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Hiesige Türklitz-Passage steht in enger Beziehung zu Möbel-Hübner

Historisches
  • Erstellt: 06.07.2026 / 20:01 Uhr von Marcus Alert
Im Jahre 1892 kaufte der Tischlermeister Albert Türklitz das Haus Neustadt Markt 8. Dazu gehörte auch ein 1870 auf dem Hinterhof errichtetes Fabrikgebäude. Das war die Keimzelle für das Möbelhaus Türklitz. Albert hatte zuvor seit 1871 eine Tischlerei in der Steinstraße betrieben. Als sein Onkel Karl starb, der war in Brandenburg Möbelhändler, erbte er und konnte sich deutlich vergrößern. Gut 50 Mitarbeiter bauten in der Folgezeit in der einstigen Seidenfabrik nun Möbel. Noch vor dem 1. Weltkrieg übernahm sein Neffe Emil das Unternehmen.
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Während des 1. Weltkrieges stellte man Flugzeugflügel her. Arno Türklitz übernahm bereits im Alter von 21 Jahren, im Jahre 1932, das väterliche Unternehmen. Vor allem Wohn- und Speisezimmermöbel wurden hergestellt. Die Fabrik verfügte über Tischler-, Drechsler-, Bildhauer-, Tapezier- und Dekorateur-Werkstätten. Hinzu kamen dutzende Musterzimmer. Ein Möbellager befand sich in der heutigen Karl-Liebknecht-Straße und das Holzlager hatte seinen Platz in der Wilhelmsdorfer Landstraße unweit von Excelsior.

Anfang der 1930er Jahre expandierte Möbel-Türklitz nach Berlin. 1935 heiratete Arno Türklitz dort Gertrud, die einzige Tochter des Berliner Möbelhändlers Karl Hübner. Beide wohnten fortan in Berlin. Während des Krieges wurden in Brandenburg auch Feldbetten und Munitionskisten hergestellt. Unmittelbar nach Kriegsende demontierten die Besatzer die Fabrik. Als Karl Hübner im Jahre 1945 starb, wurde Arno Türklitz auch Chef von Möbel-Hübner.

1952 wurde die Brandenburger Firma Türklitz, die nach der Anschaffung neuer Maschinen längst wieder die Produktion aufgenommen hatte, unter Zwangsverwaltung gestellt. Da leitete Arno Türklitz längst ausschließlich das immer weiter wachsende Möbelhaus Hübner mit diversen Standorten in Berlin. Er starb im Oktober 1993. Zuvor hatten er und seine Frau noch das Grundstück rückübertragen bekommen.

1999/2000 investierte Achim Türklitz gut 3,5 Millionen Mark in die beiden fünfgeschossigen Industriegebäude auf der Rückseite des Wohn- und Geschäftshauses Neustadt Markt 8. Über dem Eingang steht seitdem „Türklitz-Passage“. Auch, nachdem die Familie Türklitz die Immobilie 2021 an eine Berliner Firma veräußert hat.

Bilder

Auf der Eigenwerbung stellte sich die Firma Türklitz so dar. Foto: Archiv Alert
Blick in eines der vielen Musterzimmer. Foto: Archiv Alert
Im Jahre 1929 hatte das Haus Neustadt Markt 8 Türklitz-Werbung auf dem Dach. Foto: Archiv Alert
Das Möbellager ist heute noch in der Karl-Liebknecht-Straße zu finden. Foto: Alert
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