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„Ich bin Brandenburger durch und durch“: MHB-Abschlussfeier schreibt emotionale Geschichten

Aus der Stadt
  • Erstellt: 12.07.2026 / 18:01 Uhr von rb
Gestern Vormittag wurde es im Paulikloster in Brandenburg an der Havel wieder einmal besonders festlich. Eingeladen war zur feierlichen Verabschiedung der Absolventen der Humanmedizin, Psychologie und Versorgungsforschung an der Medizinischen Hochschule Brandenburg „Theodor Fontane“ (MHB). Insgesamt 76 Absolventen gibts in diesem Jahr. Mit 38 Absolventen waren die Humanmediziner die stärkste Gruppe, gefolgt von den Bachelors für Psychologie mit 19, den Master Psychologie mit 15 und vier Master in der Fachrichtung Versorgungsforschung.
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Unter den Absolventen war mit Ward Bitar auch ein inzwischen echter Brandenburger. Vor elf Jahren kam er als 21-jähriger Flüchtling aus Syrien in die Havelstadt und hat bis zu seinem Abschluss jetzt als approbierter Humanmediziner einen langen und nicht immer ganz einfach Weg absolviert. Den aber immer mit einem klaren Ziel vor Augen. „Als ich nach Brandenburg kam, hab ich auch im Jugendtheater mitgewirkt bei Frau Christiane Ziehl und da habe ich auch Frau Tiemann kennengelernt“ erinnert er sich.

Beide Frauen begleiteten und begleiten seinen Weg. Ward Bitar hat sofort Deutsch gelernt, hat eine Ausbildung zum Rettungssanitäter gemacht und 2019 schließlich sein Studium der Humanmedizin begonnen. „Ich hatte Glück, dass ich vor dem Studium ein Stipendium vom Universitätsklinikum Brandenburg bekommen habe. Damit habe ich mich auch verpflichtet nach dem Studium fünf Jahre in der Klinik zu arbeiten. Ehrlich gesagt, sehe ich meine Zukunft auch hier und bin inzwischen Brandenburger durch und durch“, so Ward Bitar vor der Abschlussfeier.

In seiner Begrüßung lud Prof. Hans-Uwe Simon, Präsident der MHB, dazu ein, auf den Weg zurückzuschauen, den die nun Ärzte, Psychotherapeuten sowie Versorgungsforscher an der MHB gingen. Gleichzeitig verabschiedete er sie in jene berufliche Verantwortung, für die sie sich mit viel Engagement vorbereitet haben. „Zum dritten Mal begehen wir diese gemeinsame Abschlussfeier aller Studiengänge. Was als neue Tradition begann, hat sich als Ausdruck dessen erwiesen, was die MHB ausmacht, das Miteinander und Füreinander“, so der MHB-Präsident.

Inzwischen wurde bereits der siebte Jahrgang Medizin an der MHB verabschiedet. Im Fachgebiet Psychologie war es bereits der 12. Bachelorjahrgang und in der klinischen Psychologie und Psychotherapie der 11. Masterjahrgang. Im Masterstudiengang Versorgungsforschung wurde in diesem Jahr zum zweiten Mal Absolventen verabschiedet. „Ganz gleich, welchen Studienweg sie heute abschließen. Sie übernehmen nun Verantwortung für das Wohl anderer Menschen, für deren Lebenswege und Gesundheit, sei es in Klinik, Praxis, Forschung und in der Gesellschaft. Das ist keine Selbstverständlichkeit“, gab Simon mit auf den Weg.

Für die Absolventen der Humanmedizin begann das Studium unter besonders schwierigen Voraussetzungen durch die Coroan-Pandemie. Die Dekanin der Fakultät für Medizin und Psychologie, Prof. Christine Holmberg, reflektierte in ihrer Rede die damit verbundenen Herausforderungen, welche die Studienzeit durch soziale Isolation und digitale Lehre maßgeblich prägten.

Viele Medizinstudenten begannen ihr Studium im April 2020 unter der Vorgabe, ausschließlich online zu studieren. Dies bedeutete, dass sie oft allein in ihren Zimmern saßen oder zurück in ihr Elternhaus zogen, anstatt das klassische Studentenleben kennenzulernen. So war für viele die erste Zeit des Studiums von Einsamkeit, Ruhe und Besinnung geprägt und es gab kaum Gelegenheiten für ein persönliches Kennenlernen oder den direkten Austausch mit Kommilitonen.

Doch am Samstag war Zeit zu feiern und auch mit einem Augenzwinkern auf die Studienzeit zurückzuschauen. So wie es die jungen Absolventen Leonie Walther, Philip Kühntopp und Inka Bukowski mit manch einem Lacher oder auch mit Tränen eindrucksvoll den Gästen vermittelten.

Gleichzeitig wurden durch Mario Zehle, Vorstand der Sparkasse Ostprignitz-Ruppin, Preise an die Jahrgangsbeste überreicht sowie an Absolventen, die sich durch ihr besonderes Engagement rund um das Studium auszeichneten. Durch die Feier führte auch in diesem Jahr wieder Moderatorin Carla Kniestedt in bewährter Form und musikalisch begleitete das Berlin Jazz Ensemble die Veranstaltung.

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