Die ortsansässigen Jäger schenkten Hermann und Clara Klaus vor über 120 Jahren diverse Jagdtrophäen, darunter auch einen ausgestopften Dachs. So kam die Reckahner Gaststätte schließlich zu ihrem Namen: "Zum Dachsbau". Ab 1890, da hatte der Bäcker Hermann Klaus nachweislich diese Gaststätte gekauft, hieß das Etablissement allerdings noch einige Jahre – wie auf einer alten Postkarte zu lesen ist - "Gasthof zum Landhaus". Um 1905 fand dann die bereits erwähnte Umbenennung statt. Eine alte Postkarte beweist zudem, dass die Wände schon damals geradezu mit Jagdtrophäen zugepflastert waren.
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Der Dachs entwickelte sich natürlich schnell zum Maskottchen des Gasthauses. 1937 übernahmen Tochter Margarethe und Ehemann Paul Gebauer die Gaststätte. In ihrer Zeit entstand der rückwärtige Saal, der über 55 Plätze verfügte. Der Gastraum hatte 36 Plätze. Von 1958 bis 1990 hatte dann Tochter Gisela Bappert in dritter Generation mit Ehemann Klaus das Sagen. Mitte der 1970er Jahre gehörte die Reckahner Gaststätte allerdings zum Konsum. 1990 ging Gisela Bappert in Rente, blieb aber im Obergeschoss des Hauses wohnen.
Sie verpachtete nun den „Dachsbau“ an den erfahrenen Gastwirt Wilfried Wossack, der das Innere modernisierte. Allerdings fasste er weder den Dachs noch die Dutzende Geweihe an. Anfang März 2002 ging Wossack in Rente. Nun bekam Angela Pfennig einen Pachtvertrag über zehn Jahre. Was Wossack nicht gelang, das glückte ihr. Sie konnte schon bald einen präparierten Dachs erwerben. Der alte Dachs, schon stark mitgenommen, behielt aber seinen erhöhten Platz, damit niemand an ihn herankam.
Nach den zehn Jahren konnten sich die beiden Parteien nicht auf einen neuen Pachtvertrag einigen. So endete 2012 nach über 120 Jahren diese Reckahner Gaststättengeschichte. Denn es fand sich kein anderer Pächter. Stattdessen erwarb schließlich der Unternehmer Mathis Schnauck die Immobilie und wandelte die Traditionsgaststätte in ein Mehrfamilienhaus um. Derzeit wird auch noch an der Scheune gewerkelt. Zumindest der Dachs hat überlebt und bei Angela Pfennig eine neue Heimat gefunden.