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Fritz Rabe färbte in der Packhofstraße Uniformen, Kleider und Teppiche

Historisches
  • Erstellt: 17.07.2026 / 20:01 Uhr von Marcus Alert
Hinter dem zurückgesetzten Fachwerkhaus in der Packhofstraße hatte einst die Färberei und chemische Waschanstalt von Fritz Rabe ihren Sitz. Der backsteinerne Unternehmenssitz entstand im Jahre 1889 zwischen der Neustadt und der sich entwickelnden Wiemann-Werft. An die Packhofstraße war zu diesem Zeitpunkt noch nicht zu denken. Die Wohnhäuser entstanden erst ab 1900. Auf der Werbezeichnung erscheint der Produktionsstandort geradezu riesig. Doch dürfte das etwas übertrieben dargestellt worden sein.
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Fritz Rabe gründete seine Firma 1883 in der Hauptstraße 29. Im Jahre 1889 erwarb Rabe die ehemalige Schonertsche Ölmühle und verlagerte seinen Betrieb dorthin. Doch schon nach vier Wochen brannte der Betrieb komplett nieder. Sofort wurde mit der Versicherungssumme ein moderner Betrieb errichtet. Fritz Rabe betrieb eine Dampf-Färberei und eine chemische Waschanstalt, die hier die erste ihrer Art war. Rabe stattete den Neubau mit den modernsten Maschinen aus, die damals zu bekommen waren. Angetrieben wurden diese durch eine riesige Dampfmaschine.

In der Färberei erhielten nicht nur Kleider, sondern auch Uniformen, Teppiche oder Polstersessel ein neues Aussehen. Hinzu kam eine Lohnfärberei für andere Unternehmen. Bis 1920 waren die Aufträge derart angewachsen, dass Rabe die chemische Wäscherei ausgliederte und an einem anderen Standort unter dem Firmennamen Dampfwäscherei Germania weiterbetrieb. In der Packhofstraße, mittlerweile etwas versteckt zwischen großen Mietshäusern, erweiterte er seine Textilfärberei. Etwa 1000 Kilogramm Textilien wurden dort nun täglich gefärbt.

Enge Geschäftsbeziehungen bestanden zur nicht so weit entfernten Ersten Deutschen Fein-Jute-Garn-Spinnerei, deren Produkte Fritz Rabe offensichtlich auch färbte. Allerdings setzte er zusätzlich auf Kleinkunden und betrieb daher im Stadtgebiet gleich mehrere Geschäfte. Hinzu kamen Filialen in Potsdam und Genthin. In einer Annonce versprach er damals „schnellste Bedienung, niedrigste Preisstellung, sauberste Ausführung, kostenlose Abholung und Zustellung durch eigene Gespanne“.

Nach dem Krieg nutzte wohl der VEB Kinderbekleidung (Braki) die leerstehenden Produktionsräumlichkeiten. Mit der Wende war jedoch Schluss. Der dreigeschossige Industriebau wurde nach 2005 abgerissen. Auf der Fläche befindet sich heute ein Parkplatz.

Bilder

Auf der Werbezeichnung sind die Ausmaße der Firma ganz gut zu erkennen. Foto: Archiv Alert
Auf dem Foto von 2005 ist das Fabrikgebäude gut zu erkennen. Foto: Alert
Heute zeugt noch der Zweigeschosser von der Färberei und Wäscherei. Foto: Alert
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