Prächtige Meilensteine säumten einst die sächsischen Straßen. Im 18. Jahrhundert ließ dann auch der preußische Soldatenkönig Friedrich Wilhelm Säulen aufstellen. Da er diese finanzierte, fielen sie nicht nur schlichter aus, sondern wurden auch gleich serienmäßig produziert. Die schmucken sächsischen Säulen waren dagegen deutlich imposanter, kosteten den König aber nichts. Denn in Sachsen mussten die Städte und Gemeinden die Säulen finanzieren.
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In und um Berlin wurden ab 1700 in Richtung Potsdam und Oranienburg die ersten Säulen aufgestellt. Etwas später folgten dann Säulen entlang von preußischen Poststraßen. Nicht so sehr wegen der Orientierung, sondern wegen der zu erhebenden Gebühren für den Posttransport. Damals wurden zwar auch Briefe befördert, aber immer auch Personen. Grundlage der in Rechnung gestellten Entfernung war die preußische Meile, die nach heutigem Maß 7,532 Kilometer lang war. Am Anfang des 19. Jahrhunderts wurden pro Meile fünf Silbergroschen fällig. Die heutige B1 entspricht übrigens weitgehend der alten Poststraße von Berlin über Brandenburg nach Magdeburg.
Unweit von Groß Kreutz Ausbau hat sich bis heute eine Postmeilensäule erhalten. Sie hat, wie die in der Stadt Brandenburg unweit der St. Katharinenkirche, einen würfelförmigen Unterbau, auf dem sich ein über zwei Meter hoher Obelisk erhebt. An den Seiten befanden sich sogenannte Standarten, auf denen sich einst Inschriften befanden. Dort dürfte auch die Entfernung von 7,5 preußischen Meilen nach Berlin verzeichnet gewesen sein. Das waren und sind auch heute noch 56,5 Kilometer. Natürlich galt die Hauptstadt Berlin damals als Nullpunkt.
Vermutlich 1802 wurde dieser sandsteinerne Halbmeilenstein aufgestellt. Er steht übrigens fast exakt an seinem historischen Standort, der aufgrund der noch vorhandenen Säulen in Potsdam und Brandenburg ermittelt werden konnte. Die Rettung der Säule kann sich die Forschungsgruppe Meilensteine auf die Fahnen schreiben. Schon seit den 1960er Jahren lag das Monument im Vorgarten des ehemaligen Chausseehauses in Götz. 2005 barg die Straßenmeisterei die Säule und die Forschungsgruppe machte sich auf Sponsorensuche. Seit Juni 2015 steht der Halbmeilenstein nun am Straßenrand der Bundesstraße 1.