Die Hochhäuser in der Stadt Brandenburg lassen sich an einer Hand abzählen. Das in der Willi-Sänger-Straße ist mit zwölf Geschossen das höchste. Das älteste ist dagegen der Achtgeschosser in der heutigen Sankt-Annen-Straße und über die meisten Wohnungen verfügt das elfgeschossige Buchhochhaus in der Kreyssigstraße. Elf Geschosse hat auch das vom Architekten Horst Kops entworfene Hochhaus in der Brielower Straße.
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Dieses entstand 1963/64 als erstes Hochhaus im entstehenden Stadtteil Brandenburg-Nord in traditioneller Ziegelbauweise und markierte den nördlichen Stadteingang unweit der Brielower Brücke. Ansonsten verzichtete man in der DDR weitestgehend auf Häuser über fünf Geschosse, da dann ein Fahrstuhl vorgeschrieben war. In Hohenstücken baute man Fünfgeschosser sowie Fünfgeschosser plus eins. Fahrstühle waren somit aus Sicht des Bauherrn nicht zwingend notwendig.
Das Hochhaus Brielower Straße 23 wurde durch den VEB Baureparaturen noch mit Ziegeln gemauert. Es entstanden 51 Ein- und Zweiraumwohnungen vor allem für Senioren und für junge Mütter mit Kind. Das Haus verfügte nicht nur über Fahrstuhl und Müllschlucker, sondern auch über Balkone oder Loggien. Kritisch war die Größe der Bäder, in die nicht einmal eine Waschmaschine passte. Das 11. Geschoss enthielt damals noch Wasch- und Trockenräume. Darüber entstand ein gläserner Pavillon als Dachaufsatz für Freizeitaktivitäten der Bewohner. Im Keller befand sich eine Heizzentrale. Hier wurde noch lange mit Kohle geheizt. An das Haus schloss sich ein Dienstleistungstrakt an, an deren Ende sich die Gaststätte „Rendezvous“ befand.
Vom Juni 1999 bis Februar 2000 unterzog die Wobra das Haus einer Modernisierung. Rund 3,5 Millionen Mark wurden investiert. Beispielsweise wurden Fenster und Türen ausgetauscht und die Installationen erneuert. Zugleich entstanden im 11. Geschoss zwei Wohnungen, die ihre Wohnzimmer seitdem in dem nun geteilten Glaspavillon haben.