Vom 3. bis 18. April 1912 handelten der Magistrat der Stadt Brandenburg und der der Stadt Plaue einen Bau- und Betriebsvertrag für die Straßenbahn aus. Dabei ging es um die Verlängerung der Straßenbahnlinie von der damaligen Landesirrenanstalt bis nach Plaue. Bestandteil des Vertrages war auch der Bau einer Wagenhalle am Endpunkt in der Genthiner Straße. Obwohl die 5,21 Kilometer lange Bahnlinie – installiert wurden die Gleise und die Oberleitungen in Rekordzeit - bereits am 24. Dezember 1912 in Betrieb ging, wurde das Straßenbahndepot erst Ende März 1913 fertiggestellt.
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Die Wagenhalle war 23 mal 20,40 Meter groß und konnte über zwei Gleise zwei Personen- und einen Güterwagen aufnehmen. Im Erdgeschoss waren zusätzlich eine Werkstatt, ein Lagerraum, ein Güterboden, ein Expeditionsraum sowie ein Abort und ein Waschraum untergebracht. Hinzu kam ein fünf Meter tiefes Obergeschoss. Dort befand sich die Wohnung des Depotverwalters mit Wohn- und Schlafzimmer sowie einer Küche. Hinzu kam ein Schlafraum für den Fahrer und Schaffner. Denn nach der letzten Fahrt nach Plaue blieben Straßenbahn und Personal in Plaue, um am nächsten Morgen wiederum die 1. Fahrt in Richtung Reichsbahnhof zu bestreiten. Die Fahrt vom Reichsbahnhof nach Plaue kostete damals übrigens 50 Pfennige.
Der Depotverwalter musste nicht nur die im Güterwagen, der an die Straßenbahn angehängt war, transportierten Güter abfertigen, sondern als Revisionsschlosser auch sämtliche Wagen in Ordnung halten. Zudem musste er die Gleise innerhalb von Plaue regelmäßig reinigen und warten. Nach zwei Jahren wurde der Depotverwalter wegen verschiedener Versäumnisse entlassen. Sein Nachfolger blieb gut 30 Jahre lang im Amt.
Die letzte Straßenbahn-Fahrt nach Plaue fand am 29. September 2002 statt. Damit verstieß man übrigens gegen den mit Plaue geschlossenen Betriebsvertrag, der erst am 31. März 2010 geendet hatte. Das Straßenbahndepot wurde an die Familie Stolze verkauft. Zuletzt betrieb Gernot Stolze dort die Firma Mototech. Im Jahre 2011 verkaufte er die Immobilie schließlich an Michael Mrugalski, der seitdem dort seine Firma „Wassersport Mrugalski“ betreibt.