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Spannendes Thema, großes Interesse: Podiumsdiskussion zu Antisemitismus im Gotischen Haus

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Stadtgeschehen

Erstellt: 07.11.2019 / 18:00 von Helga Stöhr-Strauch

Antisemitismus hat in Europa, und speziell in Deutschland, eine lange und unrühmliche Tradition. Ihm lagen meist finanzielle oder politische Interessen zugrunde. Und zwar seitens der Kirche und der Politik. Mit einer klar strukturierten Podiumsdiskussion, die das Team vom Stadtmuseum Brandenburg an der Havel am Mittwoch im Gotischen Haus anbot, wurde am Mittwochabend versucht, den Ursachen dieser Haltung auf den Grund zu gehen. Das Thema lautete kurz und schnörkellos: „Antisemitismus in Vergangenheit und Gegenwart“.

Das Interesse war groß, den geladenen Gästen zuzuhören und sich selbst in dieses heikle Thema einzubringen. Zuvor gab die Leiterin des Stadtmuseums, Anja Grothe, eine umfassende Einordnung des Begriffs Antisemitismus und seiner Geschichte von Christi Geburt bis in die jüngere Gegenwart.

Ein guter Einstieg, wie sich erwies. Konnte doch Otis Göbeler, Schüler am von Saldern-Gymnasium, nahtlos über seine Arbeit „Menschen in Zeiten von Krieg und Diktatur“ berichten. Es sei ihm wichtig gewesen, so Göbeler, in seiner Arbeit Brandenburger Bürger, Gesichter und Einzelschicksale hervorzuheben, die zur NS-Zeit im Tross der Deportierten die Reise nach Warschau antreten mussten. Er beschrieb ihr Leben dort, führte seine Gedanken über die Kinder der Betroffenen und deren Schicksale aus und bewies so, dass Reflektion und Empathie zwei wichtige Schlüsselwörter sind. Annika Hempel, Studentin an der Universität Potsdam, ergänzte seine Ausführungen mit ihrer leider viel zu schnell vorgetragenen, gleichwohl hochinteressanten Expertise über den Antisemitismus in der DDR, nicht ohne dabei auf die gesellschaftliche Akzeptanz von Antisemitismus hinzuweisen, die sich im fraglosen Tolerieren antisemitischer Redewendungen zeigt. Wobei man bereits im Hier und Jetzt angelangt war, dem Axel Heidrich vom Verfassungsschutz Brandenburg eindrucksvolle Statistiken zum Stand antisemitischer Gruppierungen hinzufügen konnte.

Mit Peter Schüler (Leiter der Fachstelle Antisemitismus am Moses Mendelsohn Zentrum für europäische Studien Brandenburg), der auf seine jüdischen Wurzeln verweisend ein sehr persönliches Statement zu der Frage, in welchem Alter ein Mensch seine Herkunft als Besonderheit wahrnimmt, lieferte, ging es dann auch bald in die Diskussion, aus der man viele wichtige Anregungen mit nach Hause nehmen konnte. Zum Beispiel zum Spannungsfeld zwischen Zivilcourage und staatlicher Fürsorge.

Fazit: ein interessanter Abend, der sein gutes Timing nicht zuletzt der sehr persönlichen und engagierten Moderation von Museumspädagogin Gudrun Bauer zu verdanken hatte, die die aktuelle Sonderausstellung „Hoffnung und Sehnsucht der Brandenburger Juden" kuratiert hat.

Die nächste Ausstellung in der Reihe „Enttäuschung Hoffnung Sehnsucht“ trägt den Titel „Die einen gingen weg, die anderen auf die Straße – der 12. November 1989“ und findet ab dem 12. November 2019 im Frey-Haus statt.

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Kommentare (2)

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Parteilooser schrieb um 20:25 Uhr am 07.11.2019:

Insgesamt eine gelungene Veranstaltung, ohne Gepoltere oder Ausfälligkeiten.
Sehr interessant fand ich den Vortrag Frau Grotes zur Historie des Antisemitismus bis zurück in die Römerzeit. Aber auch die anderen Referate boten durchs neues.

Andreas Micksch schrieb um 20:24 Uhr am 07.11.2019:

Das in Deutschland immer noch gelebte Prinzip der "Besten"auslese (Aristokratie) ist die Grundlage für Chauvinismus. Und was das "Beste" ist, wird von den "Besten" nach eigener und freier Auffassung definiert. Diese "Besten" rechtfertigen natürlich auch ihren höheren Ressourcenanspruch (Gehalt/Prestige etc.). Regelmäßig müssen deshalb die Abgaben der "Nicht-Besten" erhöht werden, um z.B. auch die stetig steigende Gehälter der "Besten" im Staatsdienst zu finanzieren.

Ohne Veränderung im Handeln und Denken der herrschenden "Aristokraten" erhält sich diese Ethik und wird bewusst als Einfluss auf die Moral des "Kleinen Mannes" forciert. "Leistung" muss sich schließlich lohnen. ;) Das diese Moral zwangsläufig irgendwann dazu führt, dass der "Nicht-Beste" von seiner täglichen Arbeitsleistung nicht mehr leben kann, interessiert die "Besten" nicht sonderlich. Schließlich geht das Wohlergehen der "Besten" vor. Ohne ihren gesellschaftlich wertvollen Beitrag, wäre der "Rest" ja gar nicht lebensfähig. Das der "Rest", ohne ausreichend Selbstbehalt zum Überleben, diese "Besten" gar nicht mehr braucht, bleibt in deren Logik unbeantwortet. Zu viele wollen halt auf diesem Auge blind sein. Und die für mich logische Konsequenz ist deshalb, dass aus Chauvinismus auch Antisemitismus erwächst. Wer die "Besten"auslese mit einem Ressourcenvorteil verbindet, ist bisweilen wohl selbst nicht die beste Auslese.

Und das sich zum Nachteil der Allgemeinheit oft viele Ressourcen nur im scheinbar "Besten" sammeln, dürfte spätestens nach der Bankenkrise und dem "Dieselskandal" einleuchten.