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Archäologie aktuell: Rettungsarchäologie in Albanien

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Landesmuseum

Erstellt: 08.11.2019 / 11:13 von msc

Prof. Gjergj Frashëri und Dr. Antonia Schütz informieren am 4. Dezember im Archäologischen Landesmuseum zum Thema "Zehn Jahre Rettungsarchäologie in Albanien. Beitrag, Erfahrungen und Ergebnisse von Brandenburger und Berliner Archäologen".

Michael Schneider vom Museumsteam erläutert das Thema: "Die Republik Albanien hat 2008 das ´Europäische Übereinkommen zum Schutz des archäologischen Erbes´, die sog. ´Konvention von Malta´ (1992) ratifiziert. Mit dem Inkrafttreten dieses EU-Abkommens änderte sich auch die gesetzliche Grundlage für den Umgang mit Denkmälern und archäologischen Stätten im Land. Eine der bedeutendsten Änderungen war die Umsetzung des ´Verursacherprinzips´ in der Archäologie, nach welchem öffentliche und private Bauträger die Kosten einer professionellen Rettungsgrabung entsprechend den modernen europäischen Grabungs- und Dokumentationsstandards zu tragen haben. Als im Januar 2009 neue fachliche Richtlinien des albanischen Kulturministeriums für die Durchführung und Aufarbeitung archäologischer Grabungen in Kraft traten, wurde erstmals auch die Durchführung archäologischer Rettungsgrabungen durch private archäologische Fachfirmen erlaubt.

Der Archäologe und Bauhistoriker Gjergj Frashëri, langjähriger Leiter der Berliner Grabungsfirma “Stadt- und Landschaftsarchäologie”, war nicht nur maßgeblich an der Formulierung der Gesetzesgrundlagen und fachlichen Richtlinien für die Rettungsarchäologie in Albanien beteiligt. Er führte seit 2009 zusammen mit seiner Kollegin Antonia Schütz auch mehrere wichtige und ergebnisreiche Rettungsgrabungen in der albanischen Stadt Durrës – dem berühmten Epidamnus/Dyrrachium der Antike – durch.

Im Vortrag sollen einige der wichtigsten Grabungsergebnisse vorgestellt werden, so die Ausgrabung eines illyrisch-römischen Handwerkerviertels, welches inzwischen auch in einer umfangreichen, reich illustrierten Monographie publiziert worden ist (G. Frasheri, Illyrisches Dyrrah, Tirana/Köthen 2015). Zusammen mit den fachlichen Ergebnissen werden aber auch interessante und offene Einblicke in den Arbeitsalltag zweier privater Archäologen geboten, die sich seit nun bereits zehn Jahren nicht entmutigen lassen, mit Idealismus in einem kleinen, fast vergessenen Land im Herzen des antiken Europas arbeiten – auch wenn dessen großer Reichtum an archäologischen Bodenschätzen trotz moderner Denkmalschutzgesetze tagtäglich durch aggressive Bauinteressen und das (Nicht-)Handeln korrupter Mitarbeiter staatlicher Institutionen Stück für Stück undokumentiert vernichtet wird."

Beginn: 18.30 Uhr
Eintritt: frei

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Bilder



  • Albanien, die antike Stadt Dyrrah (Durrës), Überblick über eine Rettungsgrabung im illyrisch-römischen Handwerkerviertel (2010) / Foto: Autor Gjergj Frasheri


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