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Verdienter Applaus: Auf Becketts Pfaden – „Nacht Nr. 1002“ im HdO

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Stadtgeschehen

Erstellt: 15.12.2019 / 14:04 von Helga Stöhr-Strauch

Mit „Nacht Nr. 1002“ betitelten die Akteure des interkulturellen Theaterprojekts „Brecht auf Arabisch“ ihre Abschlussarbeit, die im HdO noch am morgigen Sonntag zu sehen ist. Regie führte der syrische Theatermacher Mudar Ramadan, der seit August mit semiprofessionellen und ausgebildeten Schauspielern aus Syrien, Brasilien und Deutschland ein sehenswertes Stück erarbeitet hat, das auf Texten des syrischen Dramatikers Saadallah Wannous und Bertolt Brechts basiert. Über weite Strecken stimmungsvoll und ergreifend werden die Themen Angst, Identitätsverlust, Gefangenschaft und Scham thematisiert und vom Ensemble mit großer Leidenschaft auf die Bühne gebracht.

In einem „Irrenhaus“, das in seiner Atmosphäre eher an Beckett als an Brecht erinnert und in dem bezeichnenderweise (Ver-)Kleidungsstücke eine hohe Symbolkraft gewinnen, betteln die „Patienten“ um Verständnis und Hilfe durch ihren Arzt, dem „Herrn Doktor“. Dieser kommt als Frauenstimme (Karin Warnken) aus dem Off und macht keinen Hehl daraus, dass die Einzelgeschichten, von denen zu berichten sein wird, völlig belanglos sind. Dennoch erzählen Ron (Ron Peterlein), Tracy (Tracy Neuman), Franka (Franka Martens), Mohammad (Mohammad al Masri) und Marcela (Marcela Dias) ihre ganz persönlichen Geschichten, in denen ihnen die Freiheit genommen, ihr Wille gebrochen, ihre Identität geraubt wurde.

Während zum Beispiel Ron als Kriegsheimkehrer keinen Kontakt mehr zu seiner Frau und der Welt findet, leidet seine Frau Franka nicht weniger am Verlust ihres Mannes. Marcela hingegen wurde als Frau in einem männlichen Körper geboren und thematisiert mit einem eindrucksvollen Solo den Umgang mit Homosexualität in Ländern, die sich aufgrund ihrer Traditionen schwer damit tun. Erzählt wird auch von verborgenen Träumen, Wünschen und Geschichten, die die Menschen umtreiben und quälen, so dass ihnen ein Platz in der Gesellschaft verwehrt wird. Weil Andersartigkeit als befremdlich und „falsch“ gewertet wird. Oft spielen die jungen Akteure im Publikum, suchen die Nähe zu ihm. Und das sind dann die Momente, die wirklich unter die Haut gehen. Auch der arabische Gesang von Afraa Batous, der aus dem Publikum intoniert wird, erzeugt einen dieser Momente. Dabei überzeugt weniger die jeweilige Einzelleistung sondern vielmehr die Homogenität im Ensemble, das ausgewogene Tempo und der Mut zu Bildern, die Assoziationen ermöglichen und mitunter wirklich wie ein Beckett’scher Alptraum anmuten.

Der lang anhaltende Applaus nach der Premiere am Freitag war wohlverdient und nach einer guten Stunde Spannung absolut gerechtfertigt.

Nächster Aufführungstermin:
Heute, Sonntag, 15.12. 2019 im Haus der Offiziere. Einlass 19.30 Uhr, Beginn 20 Uhr

Zur Galerie mit allen Fotos geht es hier: [Klick].

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Bilder


  • Foto: Helga Stöhr-Strauch

  • Foto: Helga Stöhr-Strauch



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