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5 Fragen – 5 Antworten: Anke Inter von "Eiskalt erwischt“

Interview
  • Erstellt: 14.02.2021 / 11:04 Uhr von Antje Preuschoff
Anke Inter hat sich 2017 mit „Eiskalt erwischt“ selbstständig gemacht. Sie bietet als Gesundheitspaket Pilates, Nordic Walking und Ernährungsberatung sowie – für Brandenburg einzigartig – eine Kältesauna an. Im Kurzinterview erzählt sie, wie Kälte und Sauna zusammen passen, was es mit dem eisigen Saunagang genau auf sich und dass es sie tatsächlich eiskalt erwischt hat.

Meetingpoint: Wie bitte kommt man auf die Idee, eine Eissauna zu kaufen?
Anke Inter: Da ich an Rheuma erkrankt bin, habe ich diese Therapie selbst vor 25 Jahren erfahren dürfen. Es gibt sie seit über 30 Jahren, entwickelt von einem japanischen Rheumatologen. Ich war begeistert davon, welche Wirkung Kälte auf den Körper hat. Normalerweise gibt die Therapie in Kliniken – in Kältekammern – und im Rahmen von längeren Aufenthalten. Als ich dann davon erfuhr, dass es auch stationäre Kältesaunen gibt, reifte in mir der Entschluss, mich selbstständig zu machen. Ich wollte etwas machen, was sonst keiner anbietet. Innerhalb von neun Monaten erlangte ich meine Trainerscheine, studierte zur Ernährungsberaterin und schaffte mir die Eissauna an. Das Paket von „Eiskalt erwischt“ war geschnürt.

Kältesaunen werden also bei rheumatischen Erkrankungen eingesetzt?
Anke Inter: Ursprünglich ja. Mittlerweile ist es auch im Sport- und Wellnessbereich angekommen, bei Hautproblemen, Schmerzen oder psychischen Belastungen.
Zu mir kommen Menschen, die Schmerzen haben. Oder welche, die sich fitter machen wollen. Es ist leistungssteigernd vor dem Sport, nach dem Sport kann man sich schneller regenerieren. Einige machen es einfach für das allgemeine Wohlbefinden. Anderen gibt es einen kleinen Kick, die sind voller Elan hinterher. Ich habe eine Kundin, die macht es einmal wöchentlich. Die hat nach dem ersten Saunagang die Fenster im ganzen Haus geputzt. Ihr Mann war glücklich. Ich habe also ganz verschiedene Kunden, aber für alle gilt: Sie sind so gut wie nie krank. Das Immunsystem wird gestärkt, sie fühlen sich pudelwohl. Und das sogar bei diesen Außentemperaturen, bei denen man sagen würde: „Es ist verrückt, dass man da reingeht“.

Wie funktioniert die Sauna denn genau?
Anke Inter: Die Kälte wird durch Stickstoff erreicht, das bis zur Siedetemperatur von -196 Grad runter gekühlt werden kann. Das Startlevel liegt in der Regel bei -156 Grad. Ich kann die Temperatur aber mit dem Tablet steuern und anpassen. Ein Gang dauert drei Minuten. Man geht in Unterwäsche rein - je mehr nackte Haut, desto besser. Von mir gibt es Schuhe und Handschuhe. Mitbringen muss man nichts. Zeitlich ist das gut einplanbar. Ich takte die Gänge alle 15 Minuten.

Und wie fühlt es sich an?
Anke Inter: Der Gang selbst ist natürlich kalt, deswegen bewegt man sich in der Sauna auch. Ich lasse Musik laufen, die Kunden können gern tanzen – mit Wunschmusik. Einer meiner Kunden favorisiert Hardrock, das hat die nachfolgende Saunagängerin etwas irritiert.
Durch den massiven Kältereiz werden die Selbstheilungskräfte aktiviert. Die Blutgefäße verengen und die Muskulatur entspannt sich. Die Bildung von Antikörpern wird gesteigert, was das Immunsystem ankurbelt und stärkt.
Was danach passiert, ist bei jedem anders. Bei mir ist es ein wohliges Gefühl, es durchströmt mich Wärme. Manche merken das, sobald sie aus der Sauna steigen, bei anderen setzt es später ein. Der Effekt hält etwa vier bis sechs Stunden an. Menschen mit Schmerzen sollten die Zeit nutzen und sich unbedingt bewegen.

Wie haben Sie eigentlich ihren Firmennamen „Eiskalt erwischt“ gefunden?
Anke Inter: Weil ich den Effekt selbst so überraschend fand, es mich „eiskalt erwischt“ hat, wie gut es funktioniert. Aber auch der Name hat mich regelrecht überfallen. Ich wollte ihn bewusst bei einem Mädels-Kreativ-Wochenende in Dresden finden. Doch nichts passierte. Auf der Rückfahrt auf der Autobahn im Stau schoss es mir ganz plötzlich durch den Kopf: „Eiskalt erwischt“. Das war es, weil es einfach so ist.

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