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Europäischer Protesttag: Brandenburger mit Behinderungen erheben ihre Stimme!

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Stadtgeschehen

Erstellt: 28.04.2021 / 10:02 von Antje Preuschoff

Jedes Jahr am 5. Mai wird mit dem Europäischen Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung auf eben dieses Ziel aufmerksam gemacht: Dass alle Menschen gleichberechtigt an der Gesellschaft teilhaben sollen. Dazu veranstalten Organisationen rund um den 5. Mai bundesweit Podiumsdiskussionen, Informationsgespräche, Demonstrationen und vieles mehr. Weil dies wegen Corona kaum möglich ist, wird der Protesttag 2021 vielerorts digital begangen. So auch in Brandenburg an der Havel – mit einer exklusiven Beitrags-Reihe auf Meetingpoint.

Der [Europäische Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung] steht 2021 – passend zum Wahljahr – unter dem Motto „Deine Stimme für Inklusion – mach mit!“ In der Havelstadt erheben dafür Menschen mit unterschiedlichsten Behinderungen ihre Stimme. Hautnah geben Mitglieder des Behindertenbeirates Einblicke in ihren Alltag mit Einschränkungen. Sie erzählen, was ihre Behinderung für sie bedeutet, auf welche Hürden sie dadurch stoßen und was getan werden kann, um diese zu Barrieren zu überwinden. Dabei wird deutlich: Behinderungen sind sehr verschieden und ganz unterschiedlich wahrnehm- und ausgleichbar. Es werden Ihnen Brandenburger mit Seh- und Hörbeeinträchtigungen, mit motorischen und kognitiven Einschränkungen sowie mit chronischen Erkrankungen aus ihrem Leben berichten.

Sie alle gehören dem [Beirat für Menschen mit Behinderung] an. Dort setzen sie sich ehrenamtlich für gleichberechtigte Teilhabe in der Stadt Brandenburg ein. Die Mitglieder des Beirats beraten dazu Verwaltung und Entscheidungsträger, bringen Belange und Ideen mit, wie die Vorsitzende Sybille Kluge erzählt. Dabei ist es wesentlich, dass die Vielfalt der Einschränkungen im bis neunköpfigen Gremium abgebildet werden. Denn: „Jeder ist mit seiner Behinderung der Fachmann“, sagt sie.

Warum es so wichtig ist, dass die Betroffenen mit einbezogen werden? „Manchmal werden Dinge mit guten Absichten gemacht, die aber für die Menschen, die es betrifft, nicht sinnvoll sind“, sagt Sybille Kluge. Aus diesem Grund bleibt ein bekannter Slogan maßgebend: „Nichts über uns ohne uns!“

Neben der Expertise ist den Beiratsmitgliedern wichtig, über ihre Arbeit für Sensibilisierung zu sorgen und Berührungsängste abzubauen. „Behinderte sind Menschen wie du und ich“, sagt Sybille Kluge und fügt hinzu: „Jeder hat doch sein Päckchen zu tragen“.

Wesentlich dabei – und das wird mittels der folgenden Berichte noch klarer werden: „Nicht jedem sieht man die Behinderung an“, so die Beiratsvorsitzende. „Nicht jeder outet sich und man läuft nicht mit einem Schild herum.“ Daher geht es in der Beiratsarbeit um Werte wie gegenseitigen Respekt, Achtsamkeit und Toleranz.

Wegweiser für die Tätigkeit des Behindertenbeirates ist die [UN-Behindertenrechtskonvention]. Die Vereinten Nationen haben darin festgehalten, dass Menschen mit Behinderungen ein uneingeschränktes und selbstverständliches Recht auf Teilhabe besitzen. Die Stadt Brandenburg bekennt sich zur Konvention und hat zur Umsetzung einen konkreten Maßnahmenkatalog erarbeitet. Dieser [Teilhabeplan] wurde im November 2017 von der Stadtverordnetenversammlung beschlossen.

Darin wird Inklusion auf den verschiedensten Ebenen behandelt. Es geht um den öffentlichen Verkehrsraum, um Wohnen, Bildung, Sport, Arbeit und Beschäftigung, soziale Sicherung und Freizeit. Und darum, wie in allen Handlungsfeldern Barrierefreiheit erreicht werden kann. „Barrierefreiheit betrifft nicht nur Bauen, sondern auch Themen wie die Kommunikation oder digitale Angebote“, erklärt Sybille Kluge. Sie nennt beispielhaft Hilfen wie Gebärdendolmetscher im Alltag oder Internetseiten mit leichter Sprache sowie Vorleseoptionen für Sehbehinderte.

Der Europäischen Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung ist für Sybille Kluge eine große Chance auf Erfolge aufmerksam zu machen, aber eben auch auf Schwachstellen. „Es muss noch viel getan werden“, weiß sie und stellt fest: „Das Bewusstsein ist noch nicht überall vorhanden.“ Wenn überhaupt, würden häufig nur Mindeststandards umgesetzt. Deswegen muss der Behindertenbeirat am Ball bleiben.

Zumal eine möglichst barrierefreie Gesellschaft nicht nur gut für das eine Fünftel der Brandenburger Bürger ist, die Beeinträchtigungen haben. Schwierige Verhältnisse machen es vielen schwer: Vom Elternteil mit Kinderwagen bis hin zu älteren Menschen mit Rollatoren, vom Senioren, der nicht mehr gut sehen kann bis zu demjenigen, dem Lesen schwer fällt.
„Barrierefreiheit ist eine Querschnittsaufgabe. Sie hat gesamtgesellschaftlichen Nutzen“, sagt Sybille Kluge. „Nur, wenn das alle erkennen, haben wir Erfolg“.

Im nächsten Beitrag am 29. April erzählt die Beiratsvorsitzende Sybille Kluge vom Leben mit ihrer Behinderung: Sie ist blind.



Diese Beitragsreihe ist eine Aktion des Beirates für Menschen mit Behinderung und dessen Kooperationspartner in der Stadt Brandenburg, gefördert von der Aktion Mensch.
Fotos: Jacqueline Steiner

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Bilder


  • Sybille Kluge ist Vorsitzende des Beirates für Menschen mit Behinderung. Dieser hat sein Büro im Bürgerhaus Hohenstücken, Walter-Ausländer-Straße 1.


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