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Brandenburger Stimmen zum Europäischen Protesttag: Ein Fazit

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Stadtgeschehen

Erstellt: 09.05.2021 / 10:02 von Antje Preuschoff

Mit einer exklusiven Beitragsreihe hat Meetingpoint in den vergangenen anderthalb Wochen Brandenburger mit Behinderungen vorgestellt. Die Aktion anlässlich des Europäischen Protesttages zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung war für viele Beteiligte Neuland – und ein mutiger Schritt. Es erfordert generell sehr viel Mut, sich seinem Gegenüber zu öffnen und das Gesagte dann im Porträt veröffentlichen zu lassen. Dabei aber noch auf persönliche Einschränkungen einzugehen und sie umfassend darzustellen, ist eine besondere Leistung.

Die Vorsitzende des Behindertenbeirates, Sybille Kluge, ließ im ersten Interview den Satz fallen: „Behinderte sind wie du und ich“. Das bezog sie auf menschliche Unterschiede, auf Eigenheiten, aber vor allem auf die Unsinnigkeit von Berührungsängsten, nur weil jemand anders aussieht oder anders handelt. Sie führte das noch mit einer schlichten Aussage weiter fort und sagt: „Jeder hat doch sein Päckchen zu tragen“.

Dazu kann ich nur sagen: Ja, jeder Mensch hat sein Päckchen zu tragen. Aber nicht alle wiegen gleich schwer. Die Menschen, die ich im Zuge dieser Reihe kennen gelernt habe, verdienen für die Art, wie sie ihr wirklich schweres Paket täglich schultern, großen Respekt. Sie sind – ob von Geburt an oder durch einen späteren Unfall – in irgendeiner Form beeinträchtigt. Und das hat gravierende Konsequenzen für ihr Leben. Es bedeutet automatisch, kämpfen zu müssen, um es selbstständig bewältigen und genießen zu können. Denn unsere Gesellschaft steckt voller Barrieren, wenn Körper und Geist nicht 100-prozentig funktionieren.

Menschen mit Behinderungen müssen sich anders organisieren, sie müssen mehr planen, sie müssen mehr bitten. Denn die Welt wirft ihnen jede Menge Hindernisse in den Weg. Das passiert nicht absichtlich, aber es passiert – mit jeder ungünstig geplanten Baustelle, mit jedem zu hoch angesetzten Bordstein, mit jedem unverständlichen Schild, aber auch mit jeder Unaufmerksamkeit, mit jeder Hektik, mit jeder Bissigkeit durch die Mitmenschen.

In den vergangenen Jahren hat sich mit Sicherheit viel getan, was Barrierefreiheit angeht. Unter anderem hat sich die Technik als Segen erwiesen – ob in der Übersetzung für Gehörlose, beim Vorlesen von Haltestellenbezeichnungen für Blinde oder durch den E-Motor für Querschnittsgelähmte.

Dennoch reicht es nicht. Das ist im Zuge der Interviews klar geworden. Für einige klingt der Begriff Barrierefreiheit und das Pochen darauf nach nerviger alter Leier. Doch es so abzutun, ist unangebracht, wenn man einmal bewusst festgestellt hat, wie gravierend manche Barrieren tatsächlich sind.

Zumal der Gedanke: „Es betrifft mich nicht“ absolut fehl am Platz ist. Denn ruckelndes Kopfsteinpflaster blockiert zum Beispiel auch Radfahrer oder Kinderwagenschieber. Über den eigenen Tellerrand hinauszusehen, ist ein wichtiger Schritt zur Barrierefreiheit.

Dabei können wir selbst natürlich nicht immer etwas an den konkreten baulichen oder technischen Defiziten tun. Aber wir können an unseren menschlichen Barrieren arbeiten. „Aufeinander achten, Respekt zeigen und auch Toleranz“, hat Sybille Kluge als Maßgabe für das Miteinander formuliert. Dem ist nichts hinzuzufügen.



Dieser Bericht ist Teil einer Beitragsreihe anlässlich des Europäischen Protesttages zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung am 5. Mai. Eine Aktion des Beirates für Menschen mit Behinderung und dessen Kooperationspartner in der Stadt Brandenburg, gefördert von Aktion Mensch.
Fotos: Jacqueline Steiner

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