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„Diese Kritik ist vor allem in einer Blase“: Luca-Mitentwickler Patrick Hennig im Gespräch

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Regionales

Erstellt: 25.05.2021 / 17:03 von Antje Preuschoff

Mittlerweile ist die „Luca“-App in aller Munde, wird in Teilen heiß debattiert. Mitentwickler Patrick Hennig, CEO beim Tech-Startup Nexenio, spricht im Interview mit Meetingpoint Brandenburg darüber, wie er die Kritik sieht – und warum die Zeit von Luca jetzt eigentlich erst kommt.

Meetingpoint: Herr Hennig, Sie haben sich die Zeit genommen, am Talk im Streamquartier teilzunehmen. Warum sind Sie dafür nach Brandenburg an der Havel gekommen?
Patrick Hennig: Luca macht nur Sinn, wenn viele Leute mit machen und es sich für den einzelnen lohnt, sich in der App zu registrieren. Weil er sie an möglichst vielen Orten nutzen kann. Um das voran zu bringen, braucht es regionale Unterstützung.
Aaron Boldt rief mich an und erzählte, dass es vor Ort Initiativen gibt, die das System unterstützen, und er die Luca-Info-Station betreibt. Und da dachte ich, das ist toll, weil es auch ein Beispiel für andere Regionen sein kann. Deswegen sind wir gerne dabei und klären auf. Zumal es ja auch einigen Gegenwind gab.

Den Gegenwind haben Sie hier in der Runde im Streamquartier aber nicht zu spüren bekommen...
Patrick Hennig: Das ist aber auch das, was wir in der Breite sehen. Wenn wir uns die Zahlen angucken, was das Vertrauen betrifft, Bekanntheit, die Berichterstattung, wenn ich mir den Medienspiegel angucke. Dann ist ist diese Kritik vor allem in einer Blase, in der es um Grundsatzfragen geht.

Sie sagten allerdings in einem Interview, die Massivität der Kritik hat Sie überrascht. Warum?
Patrick Hennig: Es gab bis heute nicht eine Sicherheitslücke, die Kontaktdaten irgendwie nur annähernd gefährdet hat. Deswegen waren wir verwundert über die Stärke der Kritik. Mittlerweile ist der ganze Quellcode öffentlich. Und es kommt mir so vor, als arbeiten da manche Vollzeit drauf hin, Angriffsflächen zu finden.
Wahrscheinlich ist es am Ende normal, dass so genau drauf geschaut wird. Wir haben das in 13 Bundesländern eingeführt, es gibt viele Millionen Menschen, die das benutzen. Wir sind uns bewusst, dass die Verantwortung groß ist, wenn man Millionen von Check-In-Daten sammelt. Deswegen haben wir von Anfang an die Landesdatenschützer mit einbezogen, haben von Anfang an Penetrationstests (Sicherheitstests) gemacht, die Kryptographie (also die Verschlüsselung dahinter) haben wir mit hochrangigen Experten entwickelt. Das hat schon alles Hand und Fuß.
Aber es gibt natürlich einige, die sagen, ich will kein System, das Daten erfasst. Und keine Daten erfassen, ist im Endeffekt immer sicherer, als ein System, das in irgendeiner Form Daten erfasst.

Wie nah geht Ihnen die Kritik?
Patrick Hennig: In den ersten Wochen ging uns das natürlich nah, weil wir mit solchen Ausmaßen nicht gerechnet haben. Umso toller ist das Gefühl, wenn man hier hört, dass jemand mit 75 Jahren es schafft, einen Schlüsselanhänger zu registrieren und ihn nutzen will. Wir kriegen viele E-Mails, das sind auch Leute über 80 Jahre dabei, die ihre Erfolge und Probleme dabei schildern. Da würde ich mich lieber drum kümmern, als 100 Mal erklären zu müssen, wie hoch der Angriffsvektor ist, wenn jemand den Schlüsselanhänger klaut. Das ist wie beim Wohnungsschlüssel. Wer den hat, kommt in die Wohnung rein.

Glauben Sie, die Kritik ist auch deswegen so massiv, weil Sie ein Unternehmen sind?
Patrick Hennig: Ja, klar. Aber es kann auch nicht alles der Staat machen. Das Paradoxe ist außerdem: Jeder Kritiker, der uns auf Twitter irgendwas vorwirft, gibt in allen möglichen Systemen viel mehr Daten ab. Zeitgleich, während diese Kritik an uns aufkam, hat Facebook Daten von 500 Millionen Nutzern geleakt, mit Vorname, Nachname, E-Mail-Adresse, Geburtsdatum. Und wie viele Berichte gab es darüber? Bei uns vielleicht 500? Das ist doch eine ganze andere Wahrnehmung. Aber ich verstehe natürlich, dass man da genau rein gucken möchte, wenn es so nah an einem dran ist – und zum Beispiel ein QR-Code auf einem Tisch im Lieblingsrestaurant klebt.
Deswegen haben wir letztendlich den Quellcode veröffentlicht. Das haben wir gemacht und währenddessen in sechs, sieben Wochen über 300 Gesundheitsämter angebunden. Wir waren Tag und Nacht aktiv, hatten jede Menge Schauplätze, um die wir uns zeitgleich kümmern mussten. Aber wenn es am Ende etwas bringt und hilft, ist es gut. Das war schließlich von Anfang an die Idee.

Es war also nur altruistischer Einsatz?
Patrick Hennig: Natürlich sind wir ein Unternehmen und von Luft und Liebe können wir nicht leben. Aber wir hatten alle einen normalen Beruf. Wir haben Software entwickelt, die Fanta 4 haben Musik gemacht. Dann haben wir uns im September zusammen getan, um aus dem heraus etwas Neues zu entwickeln, dass die Gesundheitsämter entlastet. Ein konkretes Businessmodell steckte da nicht hinter.
Der Aufwand, Lizenzen; Kosten und alles was so diskutiert wurde: Das muss man auch mal ins Verhältnis setzen zu anderen Projekten, die weitaus lukrativer sind.

Mehr als 300 Gesundheitsämter sind schon angebunden. Bleiben Sie mit denen in Kontakt?
Patrick Hennig: Auf jeden Fall. Die Gesundheitsämter sind die Kunden des Systems. Wir haben jetzt gerade alle zu einem Erfahrungsaustausch rund um die Anbindung und Vorbereitung eingeladen.
Momentan können wir auch nur von Vorbereitung sprechen. Denn bisher waren die relevanten Bereiche für die Kontaktnachverfolgung zu – Restaurants, Kneipen, Kinos... Erst jetzt kommt das System wirklich zum Einsatz und die Gesundheitsämter haben mit den Daten die Chance, schnell herauszufinden, wo wirklich Infektionen stattfinden – und Ansteckungen nachhaltig zu verhindern.

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21.05.21 ["Ziemlich große Erleichterung": Nur Luca-Fürsprecher beim Talk im Streamquartier]

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Bilder


  • Patrick Hennig. Foto: culture4life


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