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Giftig für Hund oder Katze: Worauf Tierhalter achten sollten!

Stadtgeschehen
  • Erstellt: 31.07.2021 / 08:01 Uhr von pre
Da steht sie verlockend auf dem Tisch, die Schale mit der angebrochenen Schokolade. Einmal nicht hingeschaut und schon ist es passiert: Der vierbeinige Liebling mopst sich die süße Kost. Mit schwerwiegenden Folgen. Denn der Kakaobestandteil Theobromin ist für Hunde (und Katzen) hochgradig giftig, „kann lebensbedrohlich sein“, weiß Tierärztin Anke Reipert. Nicht selten ist sie mit Vergiftungserscheinungen von Tieren konfrontiert. Die Liste von gefährlichen Stoffen für Katzen und Hunde ist nämlich erschreckend lang. Und vieles davon ist ganz selbstverständlich in fast jedem Haushalt vorhanden.

„Das sind sowohl Nahrungsmittel, als auch Pflanzen oder Medikamente sowie Putzmittel“, erzählt die Betreiberin der Praxis am Grillendamm. Sie erinnert sich besonders konkret an einen „kleinen Wuschel“ zurück. Die Besitzer brachten den jungen Hund zu ihr, der typische Symptome für eine Vergiftung aufwies. Er war aufgeregt, unruhig, zitterte, speichelte. „Im Gespräch hat sich heraus gestellt, dass die einen Komposthaufen haben und den Kaffeesatz dort entsorgen“, erzählt Anke Reipert. Auch Koffein ist mächtig gefährlich für den Vierbeiner.

Was die Tierärztin merkt, ist, dass viele denken, das Gift könne im Nachhinein im Blut ihrer Lieblinge nachgewiesen werden. Dem ist aber nicht so. „Wenn ein Tier mit Vergiftungserscheinungen kommt, ist es umso wichtiger, dass die Tierhalter wissen, was sie im Haushalt haben.“

Worauf insbesondere Katzenbesitzer schauen müssen, sind ihre Zimmer- und Gartenpflanzen. „Katzen haben da doch das Bedürfnis, sich daran zu bedienen“, so Anke Reipert. Toxische „Klassiker“ sind etwa Weihnachtssterne, aber auch Lilien, Fingerhut, Goldregen, Efeu oder Einblatt.

Ebenso kann es passieren, dass die Lieblinge sich an kleinen Tropfen oder Pfützen von Frostschutzmittel laben oder auch Ratten- oder Schneckengift aufnehmen, wenn der Tierhalter nicht aufpasst. Alles Vergiftungen, die auf kleine Unaufmerksamkeiten zurückzuführen sind.

In der Regel sind die Besitzer aber vorsichtig, sagt Anke Reipert. „Sie wissen häufig, was das Tier aufgenommen hat, weil sie es gesehen haben.“ Die größten Fehler passierten gerade bei jungen Tieren. „Das sind sie ein bisschen arglos“, stellt die Tierärztin fest. Gerade, weil ein Hund, der noch erzogen werden muss, eher mal etwas vom Tisch klaut.

„Im günstigsten Fall trainiert man ihnen an, draußen nichts aufzunehmen“, sagt Anke Reipert zudem. Das ist nicht ganz einfach, gibt sie jedoch zu. Allerdings werden von Hundetrainern dafür oft spezielle (Giftköder-)Seminare angeboten.

Wenn Vergiftungssymptome auftreten, etwa Speicheln, Zittern, Durchfall, Atembeschwerden, Apathie oder starke Aufregung bis hin zu Blut im Erbrochenen, im Kot oder im Urin (bei Rattengift), kann es ernst sein. Die Tiere müssen sofort zum Arzt, der die Symptome behandelt und versucht, das Gift aus dem Körper zu holen. Häufig wird er dazu medikamentös das Erbrechen einleiten. Tierhalter sollten das nicht selbst versuchen. 

Allerdings kommt es beim Erbrechen oder Abführen auch darauf an, schnell beim Arzt zu sein. „Die Magenentleerung ist nach vier Stunden durch. Alles, was länger her ist, da muss man gucken“, sagt Anke Reipert. Um zu verhindern, dass der giftige Stoff in den Blutkreislauf des Tieres gelangt oder um ihn herauszubekommen, verabreicht der Tierarzt etwa Aktivkohle, die die Giftstoffe bindet, oder verordnet eine Infusionstherapie, um sie auszuleiten. Auch Gegenmittel gegen bestimmte Gifte gibt es.

Das Beste, was Tierbesitzer tun können, ist also schnell zu handeln – und sich mit den Gefahrenquellen für ihre Lieblinge vertraut zu machen und das gut im Auge zu behalten. Entsprechende Broschüren mit Listen liegen zum Beispiel häufig in den Tierarztpraxen aus oder können als Bücher erworben werden.

Bilder

Wie schnell ist es passiert und der Hund hat sich was vom Tisch geschnappt...Foto: by Fermin Rodrigu
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